Hoch konzentriert stehen sich die beiden Kontrahenten gegenüber. Mit gezielten Schlägen und Kicks dreschen die Kampfsportler der Kun-Tai-Ko-Centers aus Füllinsdorf aufeinander ein. Das rundum versammelte Publikum bestaunt die Kampfkünste der Profi-Kickboxer. Die Szenerie erinnert an einen veritablen Wettkampf. Sie spielt sich jedoch nicht in einer Arena ab, sondern im Gartenbad «Gitterli» in Liestal, in dem an diesem Wochenende das traditionelle Badifest stattgefunden hat. Neben den Schaukämpfen trumpfen die Organisatoren mit vielen weiteren Programmhighlights auf: Ob Tauchkurse, Wasserstafetten oder ein Volleyballturnier – grosse und kleine Wasserratten kommen voll auf ihren Geschmack. Der Boxkampf wird jäh unterbrochen, als der Speaker mit drohenden Worten ankündigt, dass das falsch parkierte Auto mit BL-Kennzeichen jeden Moment abgeschleppt werde.

Der Andrang ist schon am frühen Samstagnachmittag sehr gross. Gross und klein tummeln sich im 24 Grad warmen Wasser, sonnen sich auf der Wiese oder genehmigen sich im Badirestaurant wahlweise eine Glace oder ein Holzfällersteak mit Pommes. Überwacht und bedient werden sie vom zwanzigköpfigen «Gitterli»-Team, das in corpore im Einsatz ist. Unter den zahlreichen Besuchern befindet sich auch Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP). Sie sitzt auf einer Festbank vor der Bühne und lauscht den musikalischen Einlagen ihrer Tochter, die mit ihrer Formation Michelle and the Band den ganzen Tag über Coversongs zum Besten gibt. Das Urteil der sichtlich stolzen Mutter: «Sie macht das super.» Zufrieden ist auch Ines Camprubi, die Geschäftsführerin des «Gitterlis». «Es ist super, dass so viele Leute gekommen sind. Wir kriegen auch durchwegs positive Rückmeldungen.»

Alt Landrat taucht unter

Besonders grosser Andrang herrscht beim Tauch-Schnupperkurs, den der Tauchclub Octopus Liestal im 50-Meter-Becken durchführt. Bevor die Interessierten mit der 20 Kilogramm schweren Ausrüstung ins Wasser gelassen werden, lauschen sie am Beckenrand den Instruktionen der Profis: «Wenn ihr merkt, dass etwas mit dem Druck nicht stimmt, müsst ihr sofort ein Handzeichen geben.» Unter den Instruktoren befindet sich auch alt Landrat Gerhard Schafroth. Der leidenschaftliche Hobbytaucher freut sich über das rege Interesse der Jugendlichen: «Es macht grossen Spass, mit diesen Jungspunden zu tauchen.»

Was denn Politik mit Tauchen gemeinsam habe? «Im Unterschied zur Politik macht das Abtauchen hier Spass», meint der Grünliberale schmunzelnd. Am anderen Beckenende versuchen sich unterdessen ein paar Kinder im Aquaball. Dabei handelt es sich um eine mit Luft gefüllte Kugel, in der man über das Wasser gleiten kann. Dass das keineswegs so einfach ist, wie es aussieht, beweisen die unfreiwilligen Slapstickeinlagen der Wagemutigen. «Ich fühlte mich wie ein Hamster im Rad», sagt der 11-jährige Tim, als er aus der Luftkugel steigt.