«Was gibt es Humaneres, als jemandem, der leidet, die selbstbestimmte Erlösung zu ermöglichen?», fragt der Bottminger Pfarrer Rolf Sigg. «Auch Hilfe zum Freitod gehört zur christlichen Nächstenliebe», ist der Psychologe und Querdenker der Überzeugung. Bereits seit 30 Jahren steht er für diese ein.

Als Geschäftsführer von Exit machte der heute 95-Jährige die Sterbehilfe-Organisation schweizweit bekannt. Er trug massgeblich dazu bei, dass Vorurteile abgebaut wurden. Die Mitgliederzahl von Exit wuchs in den 13 Jahren seiner Amtszeit von 2500 auf 65'000.

Trotz allen Widerständen

Er selbst hat auch Hand angelegt und rund 500 Menschen auf deren eigenen Wunsch von ihrem Leiden erlöst. Dies tat er immer ehrenamtlich, ohne jemals Lohn zu beziehen.

Am Weltkongress der Sterbehilfe-Organisationen treffen Befürworter und Gegner der aktiven Sterbehilfe aufeinander

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Sigg musste aber auch immer wieder Widerstände ertragen. 1986 verlor er in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei Exit sein Pfarramt in Grenchen. Die Presse nannte ihn jahrelang den «Todesengel». In Deutschland wurde er viermal verhaftete, da dort Beihilfe zum Suizid verboten ist. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde der heute 95-jährige Rolf Sigg für den Prix Courage nominiert. (zam)