In der Sekundarschule Aesch, die im vergangenen Sommer wegen der versuchsweisen Verschiebung des allgemeinen Unterrichtsbeginns auf 8.20 Uhr in die Schlagzeilen geriet, ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Schulleitung wollte damals dem «Schlaf-Wach-Rhythmus der pubertierenden Jugendlichen» Rechnung tragen, stiess damit aber auf Widerstand.

Eine Gruppe von 20 Familien und 50 Einzelpersonen wehrte sich gegen den neuen Stundenplan. Insbesondere der durch die Verschiebung teilweise fehlende freie Mittwochnachmittag stiess auf wenig Gegenliebe: Den Jugendlichen bliebe somit keine Zeit mehr für Freizeitaktivitäten, hiess es.

Der Widerstand war so stark, dass die Schulleitung bereits Ende September mit den Schülern, Eltern, Lehrpersonen und Stundenplanentwicklern eine Umfrage durchführte. Während im Januar 2017 bereits kleinere Änderungen, wie etwa die Wiedereinführung eines freien Nachmittags, vorgenommen werden konnten, basiert der ab August geltende Stundenplan nun gänzlich auf den Resultaten der Umfrage. Und diese war durchaus repräsentativ: 251 Eltern, 376 Schülerinnen und Schüler und 50 Lehrpersonen nahmen daran teil.

Wieder früher zur Schule

«Bereits seit Januar 2017 haben alle Klassen einen freien Nachmittag», sagt Schulleiter Carol Rietsch. Neu am Stundenplan des kommenden Semesters wird sein, dass dieser Nachmittag für alle Schülerinnen und Schüler der bevorzugte Mittwoch ist: «Die Lehrpersonen werden diesen Nachmittag für Weiterbildungen, Konvente oder Schul- und Unterrichtsentwicklung nutzen.»

Die Verschiebung des allgemeinen Schulbeginns auf 8.20 Uhr ist damit vom Tisch. Während die Schülerinnen und Schüler im letzten Stundenplan im Durchschnitt nur ein Mal um 7.30 Uhr Schulbeginn hatten, werden sie künftig etwa drei Mal um 7.30 Uhr zum Unterricht erscheinen, wobei es individuell Abweichungen geben kann. Zudem habe die Schule versucht, Tage mit neun Lektionen zu vermeiden: «Dies war aber nicht immer möglich.»

Ralph Huber gehörte zur Elterngruppe, die den damaligen neuen Stundenplan kritisierte. Zum neuen Vorschlag äussert er sich positiv: «Meine Tochter geht gerne früh zur Schule. Ausser Donnerstag ist Schulbeginn immer um 7.30 Uhr, dafür hat sie sogar zwei freie Nachmittage», sagt Huber.

Auch lange Unterrichtstage haben für Huber nichts Negatives: «Es ist eine gute Vorbereitung aufs Berufsleben.» Auch andere Eltern seien dem neuen Stundenplan positiv gesinnt: «Wir Eltern und Schüler haben somit unser Ziel erreicht», resümiert Huber.