Herr Blumer, es wird wieder wärmer, die Saison für Motorradfahrer beginnt. Was heisst das für die Töfffahrer?

Richard Blumer: Sie sollen zuerst auf einem Platz üben und sich mit ihrer Maschine einig werden, bevor sie die grossen Pässe in Angriff nehmen. Es ist beim Töfffahren wie überall: Wenn wir nicht trainieren, verlieren wir an Fertigkeiten. Das schöne Wetter lockt natürlich auf schöne Strassen und nicht auf Plätze, um dort zu üben.

Welche Bedeutung hat die Ausrüstung?

Eine sehr grosse, denn die Ausrüstung ist das Einzige, was den Töfffahrer einigermassen schützt.

Laut Statistik hat ein Motorradfahrer gemessen an der Kilometerleistung ein achtmal grösseres Unfallrisiko als ein Autofahrer. Weshalb?

Einerseits ist es die Selbstüberschätzung der Fähigkeiten oder weil der Motorradfahrer andere Verkehrspartner falsch einschätzt. Andrerseits werden sehr viele Unfälle mit Töfffahrern durch Autolenker verursacht, was in der Statistik nicht ersichtlich ist.

Fahren Motorradlenker generell schneller als Autofahrer?

Nein, das glaube ich nicht.

Frönen Fahrer auf leichteren Maschinen eher dem Tempo? Sind solche auf grösseren Gefährten eher Genussfahrer?

Das würde ich nicht so unterteilen. Es kommt auf die Kategorie der Maschine an. Auf einem Töff, auf dem weniger Schräglagen möglich sind, ist der Lenker gemütlicher unterwegs als ein Töfffahrer auf einer Rennmaschine. Letztere sind allerdings auf normalen öffentlichen Strassen nicht empfehlenswert.

Welches sind in der Region die beliebtesten Strecken?

Die Strasse auf den Gempen. Dort üben die Töfffahrer, weil sie wissen, dass es eine Prüfungsstrecke ist. Interessant ist auch der Passwang. Jeder hat je nach Wohnort seine Präferenzen. Viele ziehen den Jura vor, Motorradfahrer aus der Stadt fahren eher in den nahen Schwarzwald.

Jeweils am Donnerstag gehört der Untere Hauenstein bekanntlich den Motorradfahrern. Gibt es den berühmten «Isebähnli»-Tag in Trimbach noch?

Ja, das ist immer noch so.

Früher hinterlegten Töfffahrer ihre Nummern während des Winters. Trifft das auch heute noch zu?

Ich weiss nicht, wie es Einzelne handhaben. Aber viele fahren das ganze Jahr über Töff. Und vielen ist es vermutlich aus Bequemlichkeit egal, wenn sie ihr Motorrad während des ganzen Jahres eingelöst haben. Klar ist jedoch: Motorradfahren ist nur bei schönem Wetter ein Genuss – von Ostern bis Herbst.

Welche drei Tipps geben Sie als Fahrlehrer den vielen Töfffahrern mit auf den Weg?

Langsam angehen und sich wieder ans Töfffahren gewöhnen. Im Verkehr auch mit Fehlern von anderen Teilnehmern rechnen und nicht in der eigenen Welt unterwegs sein. Immer nur in Schutzkleidung unterwegs sein, auch wenn es noch so heiss ist.