Reinach und Aesch verbindet eine Hassliebe, wie so viele Nachbardörfer: Man kennt sich, aber man gönnt dem anderen nichts. Jetzt stand die delikate Liaison communale wieder auf dem Prüfstand, denn die Aescher fühlten sich von den Reinachern verunglimpft, wegen deren Fasnachts-Sujet.

Die Reinacher machten in diesem Jahr das Gartenbad zum Thema. Es wird saniert und war im letzten Sommer geschlossen. Die Reinacherinnen und Reinacher, die sich abkühlen wollten, mussten die Badewanne benutzen. Passend dazu verkünden die Fasnächtler ihr Sujet: «Mir bade de Heime».

Ins nahe Aescher Gartenbad auszuweichen war offenbar kein Thema. Harry Steiner, der Schöpfer der Reinacher Plakette, erläuterte in einem Beitrag im «Wochenblatt» den Grund: «Dort hat man uns davongejagt.»

In Aesch war man «not amused» über diese Unterstellung. Wie die bz weiss, intervenierte der Gemeinderat beim Reinacher Fasnachts-Komitee an höchster Stelle. Die Falschaussage solle richtiggestellt werden. Die Nachbarn seien immer willkommen gewesen.

Mea Culpa aus Reinach

Harry Steiner kroch zu Kreuze: In der nächstmöglichen «Wochenblatt»-Ausgabe publizierte der Blaggeddekünstler eine «fasnächtliche Entschuldigung». Es könne der Eindruck entstanden sein, dass er sich über den vergangenen Sommer im Aescher Gartenbad beschwere. Er habe mit dem «davongejagt» ein «fasnächtlich-satirisch überspitztes Bild» benutzt. Das sei missverstanden worden. «Ich möchte festhalten», schreibt Steiner, «dass ich nicht wörtlich davongejagt wurde!»

Das Problem hätte sich auch von alleine gelöst. Die Sanierung des Reinacher Bads ist bald abgeschlossen – bis zum Reinacher Fasnachtsumzug diesen Samstag reicht es zwar nicht, aber sicher bis zum Beginn der Badesaison.