Daniela Gaugler verschickte am Donnerstagnachmittag ein Mail an die sechs Präsidenten der Landratsfraktionen, das der bz vorliegt. Doch von einer inhaltlichen Auseinandersetzung keine Spur: «Der Entscheid des Bauinspektorats ist diese Woche eingetroffen. Mit unserem Anwalt haben wir nächste Woche einen Termin. Mit ihm werden wir das weitere Vorgehen festlegen. Anschliessend können wir weiter informieren.»

Damit reagiert sie auf die Aussage einer anonymen Quelle in der gestrigen «Basler Zeitung», dass das Bauinspektorat an der Lausner Kanalstrasse 17 – also der Liegenschaft des Ehepaars Gaugler mitsamt ihrem Bed & Breakfast – «den Rückbau verfügt».

Die Aussage Gauglers genügt mehreren Fraktionspräsidenten natürlich nicht. Am deutlichsten wird Marc Bürgi (BDP): «Wenn sich die bisherigen Informationen erhärten, dann wäre es für den Kanton Baselland das Beste, Daniela Gaugler würde zurücktreten.» Es gehe schliesslich um die Stabilität ihres Amtes. Bürgi fordert bis spätestens zum 20. Oktober Klarheit, um für die Landratssitzung tags darauf zu wissen, woran man ist.

Mit Christoph Gaugler konnte die bz erneut sprechen. Er beteuert, nicht genau zu wissen, was in der Verfügung stehe, weil sie in den Ferien seien: «Unser Anwalt Michael Baader hat mir gesagt, dass die Informationen der ‹BaZ› so nicht stimmen.» Was Gaugler aber bestätigt, ist, dass ein Mieter ausgezogen sei, der entgegen den Zonenvorschriften keine Firma besass und auch nicht von Gauglers angestellt war. Er rechtfertigt sich: «Ihn wollten wir ja schon vor einem Jahr draussen haben, durften es aber von der Mietschlichtungsstelle aus nicht.»

Anzeige gegen unbekannt

Gleichzeitig gibt Gaugler bekannt, dass er bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen unbekannt wegen Anstiftung zur und eine wegen Amtsgeheimnisverletzung an sich eingereicht hat (die bz berichtete). Er vermutet die anonyme Quelle der «BaZ» beim Bauinspektorat. Dazu sagt Andreas Weis: «Bei uns ist sicher nichts rausgegangen.»