Es ist einer der Jahreshöhepunkte im Baselbieter Kulturkalender; für die Verantwortlichen des Kantonsverlags, für die Bildungsdirektion, für zahlreiche Kulturschaffende und Wissenschaftler – und für die ihre Werke vorstellenden Autorinnen und Autoren sowieso. Auch dieses Mal konnte Verlagsleiter Mathias Naegelin «Full House» mit rund 200 Interessierten vermelden, als er gestern Abend im Lagerraum der Baselbieter Schul- und Büromaterialverwaltung in Liestal die diesjährigen Neuerscheinungen vorstellte. Kulturdirektorin Monica Gschwind wünschte den sechs präsentierten Werken mit Jahrgang 2017 eine grosse, neugierige Leserschaft, und Naegelin, dass das eine oder andere Buch den Weg unter den Weihnachtsbaum findet.

Aber natürlich ging es bei der gestrigen Bücher-Vernissage des Kantonsverlags nicht um einen blossen Marketinggag. Vielmehr soll der Öffentlichkeit vor Augen geführt werden, welch reichen Niederschlag die gezielte Förderung durch Lotteriefondsgelder und kantonales Lektorat auf die Forschung im Landkanton haben kann. Dafür stehen die sechs gestern vorgestellten Werke im buchstäblichen Sinne.

Paul Imbeck-Löffler hat in «Tagfalter und Widderchen der Region Basel» eine komplette Übersicht über die in der Nordwestschweiz vorkommenden 131 Arten von Faltern zusammengestellt, die mit ihrer durchgehenden Illustrierung und attraktiven Darstellung wohl jeden Laien zum Schmetterlingsexperten machen kann.

Der 31. Band des Baselbieter Heimatbuchs, von Lektor Yves Binet präsentiert, widmet sich dem Überthema «Aussichten & Horizonte». Von der Politik über den Sport bis hin zu naturwissenschaftlichen Betrachtungen versuchen verschiedene Autorinnen und Autoren wie Barbara Saladin oder Thomas Gubler in 29 Beiträgen Zukunftsperspektiven des Landkantons zu umreissen.

Gleich zwei Bildbände zur Reihe «bild.geschichten.bl» haben Florian Blumer und Karl Martin Tanner beigetragen. Tanner hat im sehr schönen Band «Emanuel Büchels Kanton Basel um 1750» rund 80 kolorierte Landschaftsansichten des berühmten Zeichners zusammengestellt. Blumer, Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz, fasste frühere seiner Forschungen in der Auswahl historischer Fotografien über die Geschichte der Elektrifizierung im Bildband «Wie Baselland Strom bekam» zusammen.

Schliesslich widmen sich gleich zwei Neuerscheinungen der Baselbieter Namensforschung. Philippe Hofmann ging in «Vo Adlike bis Zenzach» den Wüstungsnamen im Bezirk Sissach auf den Grund; also jenen Bezeichnungen, die auf inzwischen verschwundene Ortschaften hindeuten könnten. Mitautorin Rebekka Schifferle konnte zu guter Letzt den Abschluss von Markus Ramseiers siebenbändigem «Baselbieter Namensbuch» verkünden – ein Jahrhundertwerk, das auf über 6300 Seiten rund 53'000 Orts- und Flurnamen vereint und aufschlüsselt.

Für all diese Neuerscheinungen gilt, was Regierungsrätin Monica Gschwind in ihrer Begrüssung betonte: Mit den Werken aus dem kantonseigenen Verlag «erfüllt der Kanton eine wichtige kulturelle Aufgabe». Ein Geheimnis wurde allerdings auch gestern nicht gelüftet. Die beiden Namenswerke und das Tagfalter-Lexikon tragen die Nummern 99, 101 und 102 der Baselbieter «Quellen und Forschungen». Welchem Thema sich der Jubiläumsband mit der Nummer 100 widmen wird, wollte Stephan Schneider, der Präsident der Herausgeberkommission, noch nicht verraten. Spätestens in einem Jahr, am gleichen Ort zur ungefähr gleichen Zeit, an der Baselbieter Bücher-Vernissage 2018, werden wir es wissen.