Bereits 2015 liessen die BVB die Fasnacht-Comités der drei Gemeinden wissen, dass sie künftig die vollen Unkosten in Rechnung stelle. Im Fall Allschwil wurde der Betrag beinahe vervierfacht. Er stieg von 6000 auf 23 000 Franken an. Im Jahr zwei seit der Umstellung bleiben die Beträge gleich hoch; das berichtete kürzlich die «Basler Zeitung». Die Umleitungen kommen demnach Allschwil wieder die genannten 23 000 Franken zu stehen. In Binningen werden 12 000 Franken (zuvor 6000) in Rechnung gestellt und in Birsfelden knapp 10 000 Franken. Bereits zuvor, also bis 2015, kam «Blätzbums» mit 3400 Franken am günstigsten weg.

Eine fasnachtsfreundlichere Preispolitik verfolgt die Konkurrenz. Die Baselland Transport fährt ihre Umwege zu einem deutlich tieferen Tarif. Während des Reinacher Umzugs kann sie das Gemeindezentrum nicht mit dem 11er-Tram bedienen. Dafür schickt sie dem örtlichen Comité eine Rechnung in der Höhe von rund 10 000 Franken. In Aesch und in Oberwil (nur Busbetrieb betroffen) sind es 5000 Franken.

Die BVB teilen mit, sie würde den Veranstaltern wiederum «den kostendeckenden Preis für die geleisteten Dienste» verrechnen – und nicht mehr einen Pauschalbetrag wie in der Zeit vor 2016. Und weiter: «Die BVB ist auf Grund ihrer Eignerstrategie dazu angehalten, ihren Betrieb wirtschaftlich und kostendeckend zu gestalten und eine Gleichstellung aller Anlässe anzustreben. Ein Subventionieren einzelner Anlässe ist deshalb nicht möglich.»

Bei der BLT seien nicht die Vollkosten massgebend, sagt Direktor Andreas Büttiker auf Anfrage, sondern die Grenzkosten. Das sei der Aufwand, der über denjenigen hinausgeht, der bei Normalbetrieb anfallen würde. So brauche es zwei Gelenkbusse, um ein Tram zu ersetzen. Deshalb müsse auch ein Chauffeur mehr bezahlt werden.

Die Differenzen in den Rechnungen von BVB und BLT können mit der Länge der betroffenen Strecken und der Dauer der Sperrungen nicht erklärt werden. So ist in Reinach am Fasnachtssamstag (in diesem Jahr am 25. Februar) der gesamte Abschnitt zwischen Reinach Nord bis Endstation nicht befahrbar, und das vom frühen Nachmittag bis Betriebsschluss. In Binningen (Umzug am 11. März) hingegen ist die Strecke «nur» einige Stunden gesperrt.

Die Comités in Allschwil, Birsfelden und Binningen können auf die Politik zählen. In allen drei Gemeinden hat der Gemeinderat beschlossen, die Kosten zu übernehmen – wie bereits im vergangenen Jahr. Ohne den Zustupf wären die Anlässe ernsthaft gefährdet.

«Leisten mehr als üblich»

«Müssten wir die vollen Kosten übernehmen, würde der Umzug in seiner jetzigen Form sterben», sagt Fredy Eichenberger, neuer Obmann des Binninger Comités. «Wir können auch nicht einfach woanders hin. Die Fasnacht gehört ins Zentrum.» Der zuständige Gemeinderat Daniel Nyffenegger (FDP) sagt, man habe bereits vor den Sommerferien entschieden, die Gelder erneut zu sprechen: «Wir möchten den Umzug unbedingt erhalten.»

Den grössten Beitrag hat Allschwil zu leisten. «Das ist der wichtigste Anlass für die Gemeinde», sagt Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP). Die Unterstützung sei auch im Einwohnerrat unbestritten. Ähnlich tönt es aus Birsfelden. «Die Fasnacht ist von grosser Bedeutung», sagt Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP). Hinzu komme, dass das Comité selber kaum Einnahmen generieren könne. «Deshalb leisten wir auch mehr als üblich.»