Herr Köstner, Sie verkaufen Immobilien für viele Millionen Franken, unter anderem in Arlesheim. Wer sind die typischen Käufer?

Thomas Köstner: Zumeist sind es Manager von internationalen Firmen im Alter um die 50 Jahre mit ihren Familien, oft auch Expats auf ihrer letzten Karriere-Station, die einen definitiven festen Wohnsitz in der reizvollen Schweiz für ihren nachfolgenden Lebensabschnitt suchen.

Welche Art von Häusern ist begehrt?

Am beliebtesten sind Villen an Toplagen mit moderner oder klassischer Architektur und grossem Umschwung. Schon nur deren Fläche ist einige Millionen Franken Wert, bei bis zu 1800 Franken pro Quadratmeter. Sehr gefragt sind Häuser mit ebenerdiger Begehbarkeit, damit man auch bis ins hohe Alter hier leben könnte. Bei den Garagenplätzen gilt: Je mehr, umso besser.

Warum sucht man ein solches Domizil gerade in Arlesheim?

Entscheidend ist das sympathische Dorfbild und die verkehrsgünstige Lage von Arlesheim. Allgemein bekannt ist auch der kosmopolitische Charakter der steuergünstigen Gemeinde. Die Nähe zur International School in Aesch und Reinach ist ein zusätzliches Plus. Bis etwa 11 Jahre werden die Kinder regelmässig mit dem Auto zur Schule gefahren. Ab der Mittelschule ist die Tramanbindung dann sehr wichtig. Wir stellen seit einigen Jahren zudem eine Art Landflucht fest. Man möchte mit akzeptablem Aufwand in die Stadt zur Arbeit fahren können, ob mit Tram oder Auto. Zudem hat Arlesheim den Ruf, Familien und älteren Menschen viel zu bieten. Man sucht ein Haus in Arlesheim, um dort zu wohnen, solange es geht. Auch altersgerechte Wohnungen sind sehr gefragt.

Wie wichtig ist die private und öffentliche Infrastruktur, die die Gemeinde Arlesheim bietet?

Arlesheim hat eben das gewisse Etwas, das unsere Kunden sehr schätzen. Es gibt hochwertige kleine Läden, man kann ohne Auto im Dorf einkaufen. Zudem gibt es viele Sportanlagen für Jugendliche, und man kann im Wald spazieren. Es ist ruhig hier, die Aussicht ist schön und es gibt keinen Fluglärm.

Spielen auch nichtmaterielle Gründe eine Rolle?

Ja, Arlesheim ist das Beverly Hills Basels. Hier gibt es fast nur Luxus-Immobilien. Hierher zu ziehen, gilt als sozialer Aufstieg. Zudem ist es vielen Familien wichtig, dass die eigenen Kinder mit anderen aus ähnlichen Häusern spielen. Und Arlesheim ist weltoffen. Wer nur Englisch spricht, wird hier nicht schräg angeschaut. Das ist nicht überall so.

Und wie wichtig ist der tiefe Gemeindesteuersatz in Arlesheim?

Der Gemeindesteuersatz ist Einheimischen viel wichtiger als Zuzüglern aus dem Ausland. Wir haben Kunden, die nur deshalb nach Arlesheim wollen, weil sie es hier schön finden. Jedenfalls wird meiner Meinung nach niemand wegen zwei zusätzlichen Steuerprozenten sein gewohntes Umfeld und seine Freunde verlassen.

Hausbesitz in Arlesheim ist begehrt – gibt es trotzdem viele Hausverkäufe?

Es gibt schon einige, oft wegen Wegzug, Scheidungs- oder Todesfall. Vererbt wird im hohen Preissegment eher selten, weil eine Auszahlung unter Geschwistern zumeist nicht realisierbar ist.

Wie beurteilen Sie den hochstehenden Immobilienmarkt in Arlesheim?

Fantastisch. Die Preise der gehobenen Immobilien sind stabil und wachsen gesund, ganz anders als im tieferen Segment im Baselbiet. Hier stagnieren diese seit einiger Zeit. Dennoch muss in Arlesheim niemand eine Immobilienblase befürchten.