2012 hatte es noch einen Verlust von 2,8 Millionen Franken gegeben. Die Steuereinnahmen würden voraussichtlich weiter sanft steigen, prognostizierte Gemeinderat Karl Schenk vor den rund 50 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung. Zwar würden auch die Sozialhilfekosten weiter hochgehen, und ein Wermutstropfen sei die mangelhafte Deckung unausweichlicher Investitionen wie dem Schulhaus Sägestrasse. «Aber die eigenen Kosten haben wir im Griff.»

Doch die Oberwiler FDP ist nicht so zuversichtlich. Sie möchte den Gemeinderat dazu zwingen, ein Sparpaket zu bündeln. In einem Budgetvorstoss fordert sie, dass der Gemeinderat nächstes Jahr die Ausgaben um 1,25 Millionen Franken oder rund drei Prozent senkt.

Heikel ist das in formaler Hinsicht. Denn die Forderung nach einer Kürzung stellt die FDP pauschal, über alle Produktegruppen hinweg. Gemeindepräsidentin Lotti Stokar hatte Zweifel, ob das juristisch haltbar ist - und liess trotzdem über den Vorstoss abstimmen. Er wurde prompt überwiesen.

Der Gemeinderat wird jetzt an der Budget-Gemeindeversammlung im Dezember eine Vorlage zum Vorstoss präsentieren - falls dieser einer juristischen Prüfung standhält. Mit formal inkorrekten Vorstössen hat der Gemeinderat Erfahrung. Vorletztes Jahr bearbeitete er einen Vorstoss betreffend Zubringerdienst nicht, weil er der Gemeindeversammlung die Kompetenz absprach, Details der Verkehrsführung zu regeln. Die Richter gaben der Gemeinde recht.

Ausschreibungen korrekt

Nichts hinzuzufügen hatten die Oberwiler Stimmberechtigten zum Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Diese hatte ihre Stellungnahme betreffend Schulhausneubau Sägestrasse um ein Jahr vorgezogen. Grund waren die Vorwürfe der «Basler Zeitung», Stokar habe bei den Ausschreibungen für den Bau juristische Schlupflöcher benutzt, um die Firma ihres Mannes zu bevorzugen. Der GPK-Bericht entlastet Stokar fast vollständig von den Vorwürfen. Das überzeugte die Oberwiler offenbar mehr als die hartnäckige Kampagne der «Basler Zeitung».