Aus dem privaten Notfall-Unternehmen ist ein Dauerpatient geworden: Die Allschwiler Mobile Ärzte AG kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen. Seit über vier Jahren steht die Firma von Michael Gloger in der Kritik, gegen das Arbeitsgesetz zu verstossen. Unter anderem wurden die gesetzlich erlaubten Maximalarbeitszeiten massiv überschritten.

Erst im Dezember 2017 machte die bz publik, dass Gloger einen Rechtsstreit beilegte, indem er fünf ehemaligen Mitarbeitern Vergleichssummen im fünfstelligen Bereich zahlte. Kurz darauf enthüllte diese Zeitung, dass Nachkontrollen des Baselbieter Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) von Anfang 2017 erneut Verstösse ans Licht gebracht hatten.

Mehrfach ordnete der Kanton an, die Mängel zu beheben. Mehrfach gelobten die Mobilen Ärzte Besserung.

Probleme bei ausserkantonalen Einsätzen

Gemäss Informationen der bz gehen die Probleme aber weiter – und weiten sich auf andere Bereiche aus. So rückt auch der medizinische Bereich in den Fokus: Unter anderem steht der Vorwurf im Raum, dass nicht alle Ärzte der Firma über die nötigen Bewilligungen für ihre verschiedenen Einsatzorte verfügen.

Einerseits arbeiten viele Deutsche bei den Mobilen Ärzten, die nur über beschränkte Dienstbewilligungen in der Schweiz verfügen. Andererseits ist fraglich, ob die kantonalen Zulassungen einzelner Ärzte genügen, wenn diese für andere Zweigstellen der Firma in anderen Kantonen im Einsatz stehen.

Neben den beiden Basel sind die Mobilen Ärzte mittlerweile auch in den Kantonen Solothurn, Aargau, Zürich, Luzern, Schwyz und Bern unterwegs.

Beschwerden nehmen wieder zu

Auf Anfrage bestätigt die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD), dass die Kantonsärztin Monika Hänggi zurzeit eine entsprechende Beschwerde prüft. Die Firma hätte eine Frist erhalten, dazu Stellung zu nehmen.

Das Kiga kümmert sich derweil um arbeitsrechtliche Verstösse: «In letzter Zeit sind wieder vermehrt Ratsuchende auf unsere Rechtsberatung zugekommen», sagt VGD-Sprecher Rolf Wirz. Die Arbeitszeiterfassung habe sich verbessert, sei aber noch nicht zufriedenstellend.

Grundsätzlich hält Wirz fest: «Der Kanton erhöht die Kontrolltätigkeit bei der Mobile Ärzte AG. Wirkt das nicht, sind der nächste Schritt dann Bussgelder.» Die Geschäftsleitung der Mobilen Ärzte war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.