Es ist ein stolzer Betrag: Zwei Millionen, genauer 2'087'083 Franken, zeigt das Spendenbarometer des Patronatskomitees Ende Juni an. Zusammen mit den 4,7 Millionen, die die Gemeinde Sissach bewilligt hat, soll dadurch der Umbau der heute halb offenen Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle finanziert werden. Leider kostet dieser Umbau aber noch zwei Millionen Franken mehr. Im Klartext: Die Sammelfrist ist abgelaufen, und das Spendenziel wurde nur zur Hälfte erreicht.

Ist das also das Ende des Projekts, und verliert Sissach seine Kunsti? Schliesslich dauerte die Spendensammlung ein halbes Jahr und ging weit über die Gemeinde hinaus, sodass man keine weiteren grossen Sprünge mehr erwarten darf. Auch wurden fast in allen Bereichen die Sammelziele verfehlt. Das Patronatskomitee selbst konnte dank Spenden von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen knapp eine halbe Million Franken generieren, das Ziel war aber eine Million. Der Kanton Baselland steuerte über den Swisslos-Sportfonds 750'000 Franken bei. Die Gemeinde erhoffte sich aber das Doppelte und reichte gar eine Beschwerde beim Kantonsgericht ein. Die Oberbaselbieter Gemeinden beteiligen sich zwar mit weiteren 750'000, doch hier betrug das Ziel gar zwei Millionen Franken. Je 100'000 Franken sprachen schliesslich die Bürgergemeinde Sissach und der Swisslos-Sportfonds des Kantons Basel-Stadt.

Angst vor Referendum

«Es gibt nicht einen einzelnen Schuldigen», sagt Ruedi Graf, Vizepräsident des Patronatskomitees. Eine Spitze setzt er aber doch: «Ich hätte erwartet, dass sich das regionale Gewerbe solidarischer zeigt.» Schwarz malen will Graf aber nicht, sondern zeigt sich überzeugt, dass das Projekt nicht begraben werden muss. Denn das wäre «fatal». Deshalb folgt sein Aufruf: «Es wäre super, wenn sich jeder nochmals zusammenreisst und im Juli etwas spendet.»

Dass durch Privatspenden das fehlende Geld nicht zusammenkommt, weiss auch Graf. Überhaupt schliesst das Komitee nun seine Arbeit ab. Ab sofort liegt der Ball wieder beim Sissacher Gemeinderat. Am Montag tagte zwar die Begleitkommission, doch wolle man erst nach der Gemeinderatssitzung von kommender Woche informieren, wie es weitergeht, sagt Gemeindepräsident Peter Buser auf Anfrage. Er tönt lediglich an, dass man derzeit «neue Optionen, andere Möglichkeiten» prüfe. Klar ist für ihn: «Jetzt begraben wir das Projekt sicher noch nicht.» Ein Szenario gilt es dabei zu vermeiden: Dass der Gemeinderat der Gemeindeversammlung im Oktober einen noch höheren Betrag als die gesprochenen 4,7 Millionen Franken vorlegt. Dies wäre wieder referendumsfähig und könnte das Projekt gefährden. Graf: «Da sammeln wir lieber noch länger Fremdmittel.» Er hofft etwa darauf, dass andere Gemeinden oder auch der Kanton per Absichtserklärung Gelder für die kommenden Jahre zusichern, falls es ihnen aktuell zu viel wäre.