Es waren heikle Stunden für das Quartett, das vorgestern Sonntag im Vorfeld des Chienbäse-Umzugs entscheiden musste, in welcher Form das Liestaler Topereignis mit mehreren Zehntausend Zuschauern stattfinden sollte. Denn der Wind ist der gefährlichste Begleiter eines Chienbäse-Umzugs und Meteo Schweiz sagte am Sonntagabend Sturmböen von bis zu 60 Stundenkilometern für den Baselbieter Kantonshauptort voraus.

Bis um 18.30 Uhr, das heisst eine Dreiviertelstunde vor dem Start des Umzugs, schob Feuerwehrkommandant Roger Salathe zusammen mit dem Präsidenten des Fasnachtskomitees und den Chefs Chienbäse und Umzug den Entscheid heraus. Dann sprach er ein letztes Mal mit Meteo Schweiz und fasste mit seinen drei Kollegen den Entschluss, dass die sechs grossen Feuerwagen mit fünf und mehr Kubikmeter Holz drauf nicht am Umzug teilnehmen dürfen. «Windstösse bergen die Gefahr, dass Flammen von den Feuerwagen ins Publikum gedrückt werden», sagt Kommandant Salathe am Tag nach dem Umzug zum grössten Risiko, das vom Wind ausgeht.

So schön war der Chienbäse 2019.

So schön war der Chienbäse 2019.

Und war der Entscheid rückblickend richtig? «Wir waren uns lange unschlüssig, ob wir die Wagen fahren lassen sollen. Zwar war der Wind dann während des Umzugs tatsächlich schwächer, das war aber nicht absehbar. Ja, ich würde wieder genau gleich entscheiden.» Was jetzt mit dem nicht verbrannten Holz auf den Feuerwagen geschieht, weiss Salathe nicht. Das liege im Ermessen der zuständigen Cliquen. Eine Möglichkeit sei, das Holz ein Jahr abgedeckt auf den Wagen zu lagern und dann am nächsten Chienbäse-Umzug zu verbrennen.

«Manche warten auf das Ende»

Chienbäse-Chef Jaro Kubicek dagegen empfiehlt den Cliquen, mit dem Holz «ein Feuer zu machen und Klöpfer zu bräteln». Lasse man es auf den Wagen, würde es trockener und damit der Aufbau instabiler werden. Ansonsten geht Kubicek mit Salathe einig: «Der Entscheid ist auch rückblickend richtig.» Dies, obwohl das teils zu grosser Enttäuschung geführt habe. Aber Kubicek betont: «Wäre etwas passiert, hätte das das Ende des Chienbäse-Umzugs bedeuten können. Es gibt Leute, die nur auf so etwas warten.»