Im Waldenburgertal hatten die Zuschauer Glück. Pelerinen und Schirme waren gestern erst gegen Ende nötig. Nach dem zweiten Umgang der Guggen und Wagencliquen. Das heiss geliebte Waldenburgerli war eines der Topthemen. Die Niederdörfer Dorfgass Schlurbi müssen mit besonderem handwerklichem Geschick gesegnet sein. Mit einem perfekten Nachbau der Waldenburgerbahn waren sie am Umzug nicht zu übersehen. Die Waggisse fielen auch durch überfallartige Konfetti-Attacken auf die Zuschauer auf. Allerdings hatten sie wirklich ein grosses Herz für Kinder, denn je kleiner, desto freigiebiger mit allerhand Schleckzeug zeigten sich die grimmigen Gestalten.

Mit den Griechen hatten es die Tannzapfesuuger-Waggis aus Reigoldswil. «Mir Grieche si geili Sieche», so ihr Motto. Statt der morgendlichen Schneeflocken die weissen Konfetti der Tannzapfesuuger, und das nicht zu knapp, sie hatten wohl kein Geld mehr für die Farbe. Auch sie unglaublich aktiv und Wehe, man kam ihnen zu nahe. Einen Vers hatten sie dennoch der Bahn im Tal gewidmet:


«I ha letschti mit miner Frau e Diskussiönli gha,
Über 25 Zentimeter ha oder nit ha,
Nei, s’isch nit das wo dir meinet, es isch eifach dr Wahn,
I will si nit verliere, mini Waldeburgerbahn.
»

Die Guggen waren dieses Jahr eine Pracht, die Hölsteiner Gwaageschränzer waren Flammenjäger und das kann man wörtlich nehmen. Die Oberdörfer Au-Rugger kamen als irische Kobolde daher.

Fast schon exotisch muteten da die Oberdörfer Dachluckespinner an. Die einzige im Tal noch aktive Tambouren- und Pfeiferclique. Ein Stück Fasnachtstradition, ein Glück, sind sie noch dabei. Ach ja, Publikum hatte es auch noch, und das nicht zu knapp. Wenn der Winter schon nicht weiss, was er eigentlich will, das Publikum war dabei und genoss den Umzug in grosser Zahl.