Sie hat sozusagen den Segen des bisherigen Grüne-Parteipräsidenten Philipp Schoch: «Ich könnte mir die jetzige Vizepräsidentin Florence Brenzikofer sehr gut als meine Nachfolgerin vorstellen.» Dies sagte er der bz Anfang Jahr, als er seinen Rücktritt bekannt gab. So überrascht es nicht, dass die ehemalige Landrätin aus Oltingen bisher die einzige Kandidatin ist, welche die Ortssektionen bis gestern zum Fristende gemeldet haben. Falls sich an der Mitgliederversammlung Ende April niemand mehr spontan bewirbt, dürfte ihrer Wahl nichts mehr im Wege stehen.

Die 36-jährige Brenzikofer tritt in grosse Fussstapfen. Schoch hatte das Präsidium seit 2002 inne. Unter seiner Ära ging es stetig bergauf: Die Landratssitze wurden von 5 auf 12 mehr als verdoppelt, zugleich stieg die Partei mit knapp 14 Prozent Wähleranteil zur viertstärksten Kraft im Kanton auf. Seit März 2011 stellen die Grünen zudem mit Isaac Reber erstmals einen Regierungsrat. Brenzikofer sieht die «sehr gut funktionierende Fraktion» denn auch in der Konsolidierungsphase.

Energie, Umwelt, Bildung und Finanzen

Neben den Kernthemen Energie und Umwelt möchte sie, dass die Partei in anderen Fragen wie Bildung, Gesundheit oder Finanzen weiterhin ihre Kompetenzen ausspielt. «Wir sind keine Einthemenpartei mehr.» Die Basis zu vergrössern, ist ein weiteres Ziel «Wir müssen neue Ortssektionen gründen.» Im Waldenburgertal oder im Laufental sind die Grünen bisher nicht präsent.

Dass sie nicht mehr im Landrat sitzt, erachtet Brenzikofer nicht als Nachteil. «Ich kenne den Betrieb noch gut von meinen zweieinhalb Jahren im Parlament.» Von 2003 bis 2005 sass sie im Landrat, bevor sie wegen ihres zweijährigen Aufenthalts in Bolivien das Mandat abgab. Damals rutschte Sarah Martin nach, ihre ehemalige Schulkollegin. Bei den Wahlen 2011 landete sie hinter der wiedergewählten Martin auf dem zweiten Platz. Nun führen beide die Grünen Baselland in die Zukunft – Martin bleibt nämlich Vizepräsidentin. Zeit dafür bleibt ihr genug: Die Mutter von drei schulpflichtigen Kindern arbeitet zu 60 Prozent Teilzeit als Sekundarlehrerin in Liestal.