Wenn es am Morgen auf dem Arbeitsweg dunkel, der Himmel meist wolkenverhangen ist und die erste Bise giftig um die Ohren zieht, wünschen sich die meisten Menschen, dass sie in der Wärme sein könnten.

Geht man durch die Stadt oder versucht, jemanden telefonisch zu erreichen, fühlt man sich bestätigt: Wer kann, der hat die graue Stadt in den Schulherbstferien verlassen und geniesst im Ausland die letzten Sonnenstrahlen vor dem Winter.

«Die Leute reisen vermehrt auch im Herbst in die Ferien», bestätigt Peter Brun, Mediensprecher von Kuoni Reisen. Der Oktober würde stark als Reisemonat aufholen, auch wenn der Juli klar an erster Stelle liegt. Da die Sommersaison erst am 31. Oktober endet, kann man im Mittelmeerraum während der Herbstferien noch hohe Temperaturen und Sonne geniessen.

«Griechenland ist in diesem Jahr das beliebteste Reiseziel», sagt Brun. Doch auch Zypern, die Türkei, die Balearen und Kanaren lägen ebenfalls im Trend. Personen, die gerne in die Ferne reisen, bevorzugten die USA. «New York und Florida sind tolle Reiseziele, begehrt sind auch die Rocky Mountains, obwohl man wegen des Shutdowns die Nationalparks im Moment nicht besuchen kann.»

Weiter hoch im Kurs stehen Südostasien und die Malediven. Thomas Baumgartner, stellvertretender Filialleiter vom Reisebüro Globetrotter, das individuelle Reisen anbietet, bemerkt ebenfalls eine steigende Tendenz während der Herbstferien. «Ich kann nicht sagen, woran das liegt. Vielleicht bedeutet für viele Personen räumliche Distanz Abstand zum Alltagsstress», vermutet er.

Auch Familien würden vermehrt die beiden Herbstferienwochen für Fernreisen nutzen. «Da sind die USA und Südostasien sehr beliebt», sagt Baumgartner. Noch weiter entfernte Destinationen wie Australien seien aber wegen der langen Reisezeit und eher kurzen Aufenthaltsdauer schwierig umzusetzen.

Früher ist besser

Wer im Herbst in die Ferien will, profitiert kaum von kurzfristigen Angeboten. «Familien buchen relativ früh, auch um sicherzustellen, dass sie die gewünschten Arrangements erhalten», sagt Brun. «Die Herbstferien finden in einem kleineren Zeitfenster statt als die Sommerferien, deswegen ist es für Familien wichtig, früh zu buchen.» Ins Reisebüro geht es meist noch vor den Sommerferien.

Auch bei Globetrottern sind Frühbucher im Vorteil. «Wer etwa ein dreiviertel Jahr vorher kommt, profitiert von Rabatten», verspricht Baumgartner. Kurzfristige Buchungen seien eher teuer. «Vor allem kann es dann sein, dass das gewünschte Hotel vor Ort keinen Platz mehr hat.»

Der Trend, zweimal pro Jahr ins Ausland zu fliegen, existiert seit rund zehn Jahren. «Reisen ist günstiger als früher, und die meisten Menschen haben fünf Wochen Ferien im Jahr», sagt Brun.

Wer sich nicht mit Strandferien anfreunden kann, dem empfiehlt Kuoni südeuropäische Städte. «Palma de Mallorca ist eine tolle Stadt, genauso wie Barcelona oder Lissabon.» Zudem sei der Strand nicht weit weg. «Das Mittelmeer ist jetzt noch angenehm warm», weiss Brun.