Spannung ist garantiert heute Abend. Daher wurde die Ettinger Gemeindeversammlung vorsorglich kurzfristig an einen neuen Ort verlegt: Statt in der Aula wird sie ausnahmsweise in der grösseren Mehrzweckhalle Hintere Matten tagen. Grund für den erwarteten Ansturm sind die Sondervorlagen für den Neubau der Sportanlagen Toggessenmatten und das dazugehörige Vereinslokal, die heute auf der Traktandenliste stehen.

Vorgesehen sind neben den zwei Fussballfeldern unter anderem Garderoben, Parkplätze sowie ein Allwetterspielfeld für Handball und andere Sportarten. Ein Beachvolleyballfeld und ein Spielplatz sollen dort ebenfalls entstehen. Mit dem Neubau, dessen Kosten sich auf rund 4,5 Millionen Franken belaufen würden, soll Abhilfe in Sachen Platzmangel für Freizeit und Sport geschaffen werden: Der FC Ettingen könnte künftig dort spielen und trainieren. Separat legt der Gemeinderat eine Sondervorlage für ein neues Vereinslokal auf dem Areal vor, welches 800 000 Franken kosten soll.

Nicht allen Einwohnern der Leimentaler Gemeinde ist das Vorhaben geheuer. Kürzlich tauchte ein Flugblatt auf, das in den Briefkästen in der Gegend um den Loh- und Landskronweg landete: «Mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein», mahnt die Verfasserin im Namen von besorgten Anwohnern. Sie warnt vor Lärmemissionen, einer störenden Flutlichtanlage und Mehrverkehr im Quartier. Auch alkoholisierte «Spätheimkehrer» aus dem Klubbeizli und ein am Wochenende hörbarer «Jugendtreff» werden herbeigeschrieben.

Es werden aber auch finanzielle Bedenken geäussert: Die Verfasserin fragt sich, ob es nicht sinnvoller sei, eine Sanierung der alten Sportanlage Hintere Matten zu prüfen. Zudem werde – so die Meinung der Anwohnerin – zu viel in den Fussball, sprich in den FC Ettingen investiert.

Änderungsantrag steht im Raum

Dem Ettinger Gemeindepräsidenten Kurt Züllig sind solche kritischen Stimmen zum Sportplatzprojekt bekannt: «Es ist ein Thema im Dorf, und es wird eine Opposition dagegen geben», sagt er. Dafür sieht er mehrere Gründe: Einerseits wäre da die Kritik von Anwohnern, wie sie auf dem besagten Flugblatt zu finden sind. Hinzu käme aber auch, dass am gleichen Abend mit dem Werkhof-Neubau noch eine weitere grössere Investition auf dem Programm steht. Ausserdem gibt es innerhalb der Sportvereine unterschiedliche Vorstellungen zu den Toggessenmatten. Züllig weiss von einem Änderungsantrag. Darin wird gefordert, die alte Sportanlage «Hintere Matten» in das Projekt einzubeziehen, was faktisch eine Rückweisung bedeuten würde.

Mit einer hitzigen Diskussion ist heute also zu rechnen. «Es wird», vermutet Kurt Züllig, «auf jeden Fall hart werden.»