Die Polizei Basel-Stadt meldete am Samstag die Frontalkollision von zwei Tankschiffen. Auf beiden Schiffen wurde je eine Person durch den Aufprall verletzt. Eine verletzte Person wurde durch die Sanität vor Ort versorgt, die andere wurde für weitere Abklärungen in die Notfallstation gebracht. Die Schifffahrt auf dem Rhein sei durch den Vorfall nicht eingeschränkt worden. Auch für die Umwelt habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. Der Unfallhergang werde nun durch die Verkehrspolizei untersucht. Im Einsatz standen die Kantonspolizei Basel-Stadt, die Sanität der Rettung Basel-Stadt sowie die Schifffahrtspolizei und die Schiffsuntersuchungskommission.

Gemäss Auskunft vom Sonntag des Basler Polizeisprechers Andreas Knuchel handelte es sich bei den beteiligten Schiffen um die «Ventrans 2» und die «Love Story». Beide Schiffe sind offenbar fahrtüchtig geblieben: Die «Ventrans 2» wurde durch www.vesselfinder.com am Sonntag Mittag bei der Schleuse Kembs registriert, die «Love Story» lag im Auhafen. Beide Schiffe sind 110 Meter lang, allerdings ist gemäss www.vesselfinder.com die belgische «Love Story» kein Tanker, sondern ein Frachtschiff.

Über die Ladung der beiden Schiffe war am Sonntag nichts in Erfahrung zu bringen. Da die «Ventrans 2» rheinabwärts unterwegs war, kann man davon ausgehen, dass sie unbeladen war, denn die Schweiz exportiert über den Rhein nur sehr wenig Mineralölprodukte – in der Regel Schweröl, das bei der Raffinierung von Rohöl als Restprodukt anfällt. Derzeit steht die Raffinerie in Collombey still, nur in Cressier (NE) wird Öl raffiniert. Wegen der Stillegung von Collombey herrscht aktuell intensiver Tankerverkehr auf dem Rhein: Für das laufende Jahr wird mit einer zusätzlichen Menge von 1 Million Tonnen Mineralölprodukte gerechnet, die über den Rhein in die Schweiz kommt.

Gemäss Jahresbericht 2014 des Sicherheitsinspektorats Baselland erfolgt der Transport von Mineralölprodukten heute zu 70 Prozent mit Tankschiffen, die mit einer Doppelhülle ausgerüstet sind. Da die «Ventrans 2» mit Baujahr 2009 zu den neueren Schiffen zählt, dürfte sie über eine Doppelwand verfügen.

Die Mineralölprodukte wie Diesel, Benzin, Flugpetrol oder Heizöl werden in Birsfelden und im Auhafen umgeschlagen. Die Schiffe müssen also durch Basel hindurch. Dabei erweist sich insbesondere die Talfahrt als anspruchsvoll, da sich die Schiffe frühzeitig auf die 17 Meter schmale Durchfahrt durch die mittlere Brücke ausrichten müssen. Dabei kommt ihnen der linke Pfeiler der Wettsteinbrücke in die Quere. Verfügt der Schiffsführer über kein Hochrhein-Patent, muss er obligatorisch das Ruder einem Lotsen übergeben. Dieser geht in der Regel unterhalb der Dreirosenbrücke – also am Ort der Kollision vom Samstag – wieder von Bord.