Aus, vorbei. Die Fasnacht 2016 ist auch in Sissach Geschichte. Am Donnerstagabend hauchte das Chluri auf dem Richtplatz auf der Allmend vor einer grossen Kulisse Trauernder sein Leben aus. Zuvor zeigte es sich in der Sissacher Begegnungszone nochmals in voller Grösse, wohlwissend, dass sein letztes Stündlein bald schlagen würde. Als Chluri im Feuer zu enden, ist eine der höchsten Auszeichnungen, welche die Fasnachtsgesellschaft der Bezirksmetropole vergibt.

Heuer wurde diese Ehre Heiner Kern zuteil. Der Grabredner, dessen Name niemals in der Zeitung steht, würdigte die Verdienste des ehemaligen Bürgerratspräsidenten eingehend, insbesondere als Schuldeneintreiber in Diensten des Kantons. Wohl, so der Mann am Rednerpult, habe der Wechsel der Amtsstelle von Sissach nach Arlesheim dem Chluri auf den Magen geschlagen. «Aber im Chlurihimmel triffsch au uf Regierigsröt, wo uf dyni Erfahrig im Schuldesaniere und -betriebe aagwiese sy», lobte der Sprecher den beruflichen Alltag des zu Richtenden mit Grabesstimme.

Ohne Geld ins Jenseits

Aber heute, kündigte er an, werde es keinen grossen Batzen für die grosse Reise geben, «nid, dass du im Chlurihimmel no wotsch Hüüser chaufe». Wie immer schloss der Grabredner seine Ansprache mit den Worten «Adie Fasnecht – adie Chluri». Den Rest erledigten die Flammen.

Gfreuts und Ungfreuts

Zu Beginn seines Vortrags zog der Sprecher Bilanz darüber, was in den letzten vier Tagen in Sissach an der Fasnacht einerseits positiv aufgefallen, andererseits negativ Staub aufgewirbelt hat. Er lobte dabei den «Glöggeliwage», die älteste Sonntagszeitung der Schweiz, die Licht ins Dunkel bringt und zwischen den Zeilen Dinge ans Tageslicht fördert, die sonst nirgendwo stehen. Am sonntäglichen Umzug, tat er kund, seien der Baselbieter Landratspräsident mit Gefolge und das Landratsbüro aus dem Kanton Glarus auszumachen gewesen. Doch, hob der Referent hervor, sei nicht klar gewesen, ob die Narren jetzt im Umzug mitlaufen oder am Strassenrand stehen.

Schelte gab es am Chienbäseumzug für die Millenniumswaggis für deren ungebührlichen Auftritt. Auch für die Krämer von Sissach, die jetzt schon Osterhasen ins Schaufenster gestellt haben, fand er die richtigen Worte: «Dir sid jo rächti Chüngel». In Tat und Wahrheit, klärte er das Volk auf, habe der giftgrün fliessende Diegterbach nur dazu gedient, festzustellen, wohin der Fusionsbrunz aus Zunzgen fliessen würde. Eben mitten durch Sissach. Der Redner nutzte die Gelegenheit und dementierte das in Sissach kursierende hartnäckige Gerücht, wonach die der Fasnachtsgesellschaft gespendeten Batzen für die Kunsthalle seien. Dieses Geld komme definitiv dem Chluri zugute, versicherte der Mann glaubwürdig.