Es war ein äusserst seltenes Schauspiel: Der Prattler Einwohnerrat behandelte am Montag das Budget für 2016, und es gab dazu keine einzige Frage und keinen einzigen Antrag.

Bei einem Aufwand von rund 77 Millionen Franken sieht das Budget ein ausgeglichenes Ergebnis vor. «Eine Steuersenkung ist unrealistisch, insbesondere angesichts der bevorstehenden Investitionen», mahnte Gemeinderat Max Hippenmeyer gleich zu Beginn. Niemand widersprach ihm: Die Bürgerlichen verzichteten darauf, eine Steuersenkung zu beantragen, der Steuersatz bleibt bei 58,5 Prozent. Und die Ratslinke verzichtete auf einen Antrag, dem Gemeindepersonal im nächsten Jahr doch noch einen Teuerungsausgleich zu gewähren.

Globalbudget ab 2017

Einige waren sich auch alle, dass einzelne Gebühren gesenkt werden können: Der 35-Liter-Abfallsack kostet ab März 2016 statt 2 Franken nur noch 1.60; das entspricht einer Reduktion von 20 Prozent. Das Gewerbe soll für Containerleerungen künftig nur noch 10 Franken (bisher 13.50) bezahlen, das ist ein Rabatt von 25 Prozent. Der Kilopreis bleibt hier allerdings bei den heutigen 22 Rappen. Diese Änderungen waren unbestritten, der Rat genehmigte den ganzen Voranschlag schliesslich einstimmig.

Ebenfalls ohne Widerworte entschied der Rat am Montag, die gesamte Steuerung und Rechnungslegung von Pratteln auf ein Globalbudget umzustellen. Eine Kommission hatte inzwischen die dazu nötigen Geschäftsfelder definiert: Künftig darf der Gemeinderat innerhalb eines Bereichs autonom entscheiden, wie er das Geld einsetzt.

Die SVP fragte am Montag im Einwohnerrat erneut nach, ob die Anzahl der Stellen aller Geschäftsfelder auch künftig deklariert würde, und Gemeinderat Max Hippenmeyer bestätigte, dass dem so sei. Die Personalkosten würden auch weiterhin detailliert für alle Bereiche ausgewiesen. Die Umstellung geht nun voran, die Globalbudgets sollen in Pratteln ab dem Jahr 2017 zur Anwendung kommen.