Frau Gschwind, der Landrat sagt Ja zum Leistungsauftrag und Globalbeitrag für die Universität 2018 bis 2021. Sind Sie erleichtert?

Monica Gschwind: Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis. Es war eine gute, sachliche Debatte, bei der ich spürte, dass den Landrätinnen und Landräten die Universität wichtig ist. Beide Regierungen haben intensiv verhandelt, um einen Weg zu finden, der der Uni Planungssicherheit gibt. Das ist uns gelungen. Daher ist es heute wirklich ein schöner Tag für mich.

Hat man sich mit diesem Leistungsauftrag letztlich nicht einfach vier Jahre Zeit erkauft, bis die Uni-Strukturen wirklich umgekrempelt werden müssen?

Wir müssen ja nicht alles umkrempeln. Aber wir haben die Bereiche entdeckt, die wir überdenken müssen. Die Abmachungen, die die beiden Regierungen vor zehn Jahren getroffen haben, sind nicht mehr alle optimal. Vier Jahre Zeit haben wir dafür allerdings nicht, sondern höchstens zwei. Ende 2019 muss alles unter Dach und Fach sein, da die Änderung des Staatsvertrages einen langen politischen Prozess auslöst. Deshalb sind wir bereits mit Hochdruck am Arbeiten.

Im Ratsvotum sagten Sie, dass Uni-Rektorin Andrea Schenker-Wicki kreativ sei beim Auffinden von Sparmöglichkeiten. Können Sie uns da ein Beispiel nennen?

Ich meinte damit eher ihre Fähigkeit, neue Finanzquellen zu erschliessen. Dort hat sie interessante Projekte, zu denen ich aber aktuell noch nichts sagen darf. Frau Schenker ist wirklich innovativ und versucht, neue Modelle und Kooperationen zu entwickeln.

Die Studierenden wehren sich vor allem gegen die Erhöhung der Studiengebühren. Was ist ihre Haltung?

Der Universitätsrat muss nun wirklich prüfen, was es bedeutet, wenn die Gebühren für die Schweizer Studierenden oder die ausländischen erhöht würden. Im nächsten Jahr wird der Antrag des Unirates dazu kommen und dann müssen wir es diskutieren. Ich finde, man sollte sich wirklich überlegen, ob nicht die Gebühren für die Grundausbildung der ausländischen Studierenden erhöht werden könnten.

Erstmals sprechen Sie davon, vom Bund eine Mitfinanzierung der Grundlagenforschung der Schweizer Universitäten zu fordern. Wie konkret ist dieses Anliegen?

Man sieht einfach, dass es finanzielle Mittel braucht, will eine Uni bei der Forschung an der internationalen Spitze mittun. Ich bin überzeugt, dass kurz- oder mittelfristig alle Forschungsuniversitäten der Schweiz an ihre Grenzen stossen werden, wenn sie sich mit den amerikanischen oder chinesischen messen wollen. Das Schweizer Hochschulförderungsgesetz ist noch nicht alt, doch für mich ist es Zeit, die Diskussion wieder anzustossen. Ist es etwa richtig, dass der Bund hauptsächlich die ETH unterstützt?

Ist der Versuch endgültig gescheitert, die Kantone Aargau und Solothurn als Mitträger zu gewinnen?

Wir haben sie angefragt. Doch beide haben viele Studierende in Zürich oder Bern. Sie signalisierten uns deshalb deutlich, dass sie sich nicht an der Uni Basel beteiligen wollen. In den nächsten Jahren werden wir also sicher keine neue Anfrage stellen.

Was ist der Stand bei den beiden grossen Brocken Finanzierungsschlüssel und Immobilienvertrag?

Bei beiden Themen haben wir bikantonale Arbeitsgruppen gebildet, die bereits aktiv sind. Die in Auftrag gegebene Immobilienstudie wird den Regierungen nächstens unterbreitet. Und beim Finanzierungsmodell läuft die Analyse, welche Grundlage für die Aufteilung des Uni-Restdefizits die beste ist. Für Details ist es aber noch zu früh.