Den Reiz, mit dem eigenen Velo im Dreck über Schanzen zu fahren, kennt wohl jedes Kind. Weg vom normalen Asphalt auf Strassen und Trottoirs – hin zum wilden Herumtoben auf dem natürlichen Untergrund.

Der Reiz verfliegt aber auch im Alter nicht, wenn Jugendliche und Erwachsene im Wald illegale Bikeparks mit Schanzen und Steilwandkurven bauen. So geschehen in Biel-Benken in der Wildruhezone. Dagegen vorzugehen ist für die Behörden fast unmöglich. In Therwil ist Biken in der Natur ab Spätsommer ganz kontrolliert und legal möglich. Der Verein Bikepark Leimental lancierte bereits vor zwei Jahren die Idee zu einem solchen Bikepark an der Ringstrasse gleich neben dem Robinsonspielplatz und dem Tennisclub Birsmatt. Am Freitagabend erfolgte nach langen Vorarbeiten der ersehnte Spatenstich.

Auch für Anfänger sicher

Der Bikepark in Therwil ist ein sogenannter Pumptrack aus natürlichem Dreck, auf dem es kleine Wellen, grössere Hügel und Steilwandkurven zu überwinden gilt. Ein Pumptrack zeichnet sich dabei durch ganz ein spezielles Merkmal aus, wie Streckenbauer Jan Jakubowitsch von der Firma Start-Track erklärt: «Man kann sich ohne zu treten und nur mit Gewichtsverlagerungen vorwärtsbewegen und beschleunigen.» Ein solcher Pumptrack ist für jedes fahrerische Niveau reizvoll. «Je besser man ist, desto schneller fährt man. Damit steigen aber die auch Anforderungen über die Hügel und durch die Steilwandkurven, da man mit einer höheren Geschwindigkeit hineinfährt», beschreibt Jakubowitsch.

Solche Strecken seien deshalb auch für Anfänger sehr sicher. Um auch den ganz kleinen den Spass an Hügeln und schräg liegenden Kurven zu ermöglichen, wird neben dem grossen Kurs auch ein kleiner gebaut. Man könne darauf sogar mit Laufvelos fahren, betont der Streckenbauer.

So wird der Bike-Park in Therwil aussehen.

So wird der Bike-Park in Therwil aussehen.

Der Bikepark neben dem Robinsonspielplatz liegt neben Wohnblöcken, wo viele Kinder zu Hause sind. Grosse Lärmemissionen sind durch die Fahrräder nicht zu erwarten. Der Bikepark ist aber weit mehr als ein blosser Spassbetrieb. Schon alleine der Bau des Parks ist ein partizipativer Prozess mit den Mitgliedern des Vereins und anderen Jugendlichen.

Eine wichtige Position nimmt dabei der Therwiler Jugendbeauftragte und Co-Projektleiter Urs Widmer ein. «Wir wollten nicht einfach Profis engagieren, die einen fertigen Park hinstellen. Die künftigen Nutzer sollen auch am Aufbau beteiligt sein.» Als Jugendbeauftragter sei diese Partizipation sehr wichtig.

Jugendliche legen Hand an

Vereinspräsident und Co-Projektleiter Adrian Zaugg hofft auf das Mitwirken und das Nutzen des Parks durch Bikevereine aus der Region. «Wichtig sind auch Leute, die den Unterhalt gewährleisten.» Die Jugendlichen könnten sich dabei selber einbringen. Auch was eventuelle Streckenanpassungen angeht. Solch ein angefressener Biker ist der 14-jährige Rio Renz aus Therwil. Bisher musste er nach Reinach oder Allschwil, um einem solchen Park zu befahren. «Es ist toll, dass es dies auch hier in Therwil gibt.»

Der Bikepark kostet insgesamt 70 000 Franken. Die beteiligten Gemeinden Therwil, Ettingen, Oberwil und Biel-Benken übernehmen zusammen 48 000 Franken – davon Therwil alleine 30 000. 20 000 Franken werden durch Freiwilligeneinsatz geleistet. «Es ist toll, dass man nicht einfach etwas zahlt, das dann konsumiert wird», lobt die Biel-Benkemer Gemeinderätin Irene Fiechter. Es werde nicht nur Leistung eingekauft, sondern auch selbst erbracht.