Ein Hinweis auf der Facebook-Seite der "Vollversammlung der Studierenden gegen Studiengebührenerhöhungen" dürfte einen Teil des kläglichen Auftritts mitverantwortet haben: «Leute von Basel gelangen am besten mit der IC-Verbindung um 08.59 Uhr nach Liestal», hiess es dort. Natürlich war es Pech, dass der Bahnhof SBB seit Mittwochabend wegen der ICE-Entgleisung im Chaos versinkt.

Studenten protestieren in Liestal gegen die Erhöhung von Studiengebühren – Organisator Nils Jocher im Interview

Organisator Nils Jocher im Interview

   

Dass der Trauermarsch vom Bahnhof Liestal zum Baselbieter Regierungsgebäude deshalb heute Donnerstag um 9.15 Uhr noch nicht starten konnte, wurde schnell klar. Dass Mitorganisator Nils Jocher von den Juso Baselland aber auch nach Ankunft des verspäteten Zuges nur sechs Mitstreiter um sich scharen konnte, enttäuschte ihn dann aber schon.

Studenten protestieren in Liestal gegen die Erhöhung von Studiengebühren

   

Erst wenige Tage zuvor fiel der Protest der Studierenden am Dies Academicus in Basel noch deutlich grösser aus. Und die Landratsdebatte zum Uni-Leistungsauftrag 2018-21 wäre eigentlich der perfekte Ort für einen weiteren grossen Aufmarsch der Studis gewesen, um gegen die Sparbemühungen an der Universität Basel zu protestieren. Auch der theatralisch schwarz angemalte Sarg, den die Studierenden durchs Stedtli trugen, hatte durchaus Symbolkraft. 

Doch am Ende muss Jochers zynische Bemerkung als trauriges Fazit hinhalten: «Da sieht man halt, was die Studierenden von einem Uni-Standort Liestal halten.» Beim Regierungsgebäude angekommen, gab es dann die nächste Demütigung: den glorreichen Sieben stellten sich zehn Polizisten entgegen, die ihnen nicht einmal erlaubten, den Sarg direkt vor dem Eingang zu platzieren, sondern nur auf der Strasse. 

Das Grossaufgebot der Polizei dürfte auch mit dem Vandalismus am Dies Academicus zu erklären sein. Die Polizisten konnten sich dann ein Schmunzeln nicht verkneifen, als der kleine Trupp die Rathausstrasse hinunter kam.