Die Ankündigung der Elektra Baselland (EBL), Windräder zu bauen, sorgt für Aufsehen. Vier Standorte sind derzeit in der engeren Auswahl: am Schleifenberg in Liestal, in der Umgebung Arisdorf sowie in der Gegend Reigoldswil-Ziefen und Zunzgen-Itingen (die «Schweiz am Sonntag» berichtete). Einige der betroffenen Gemeinden begrüssen den Bau von Windparks – andere sind skeptisch.

In Liestal werden die Windräder grundsätzlich mit Wohlwollen begrüsst. Stadtpräsident Lukas Ott findet, «dass Liestal einen Beitrag zur Energiewende leisten sollte». Für ihn als Grünen-Politiker ist die Windkraft ein zweischneidiges Schwert. Einerseits werden dadurch die erneuerbaren Energien gestärkt. Andererseits verschandeln die Windräder die unberührte Natur.

«Energiestadt» Itingen ist dafür

Der Gemeindepräsident von Itingen, Martin Mundwiler, kann sich ebenso mit der Idee anfreunden. Seit 2009 hat seine Gemeinde das Label «Energiestadt», das von der Organisation Energie Schweiz verliehen wird. Das Gemeindehaus hat bereits Solarzellen auf dem Dach, die geplanten Windräder passen gut ins Konzept. Bei einer ersten Evaluierung habe der Gemeinderat den Vorstoss begrüsst. «Ich gehe davon aus, dass er es auch jetzt tut», sagt Mundwiler.

In Ziefen steht man den Windrädern eher skeptisch gegenüber. Gemeindepräsidentin Christine Brander meint, es sei «noch zu früh, um Genaueres zu sagen». Man werde sehen, wie sinnvoll die konkreten Pläne dann ausfallen. «Für die Gemeinde wäre der Bau sicher einschneidend. Ich frage mich, ob alle damit einverstanden sind, wenn man solche Riesenteile aufstellt.»

EBL-Chef Urs Steiner meint, dass es noch ein langer Weg zur Umsetzung sei. «Im Moment erörtern wir, welcher der vier Standorte machbar wäre.» Bis die Windräder stehen, wird es aber noch fünf bis zehn Jahre dauern. Zuerst müssten alle politischen, technischen und wirtschaftlichen Fragen geklärt werden. Und dabei gäbe es «noch grosse Hürden zu überwinden».

Bedenken für die Umwelt

Ein Blick auf die Challhöhe bei Röschenz und Kleinlützel zeigt: Es gibt auch Widerstand gegen Windkraftprojekte. Die Industriellen Werke Basel (IWB) planen dort den Bau von fünf Turbinen. Und prompt formierte sich die Protestgruppe «Windstill».

Der Vorsitzende der Bewegung, Marx Mamie, hält die Windkraftanlagen für umweltfeindlich. Vögel würden wegen der Anlagen sterben: «Durch die Turbinen entsteht ein Vakuum und das zerreisst den Vögeln die Lunge.» Auch für Wanderer könnten die Windräder eine Gefahr darstellen. Nämlich dann, wenn die Räder im Winter einfrieren und Eisbrocken herunterfallen.

Als weniger problematisch beurteilt Urs Casagrande die Windräder. Er ist Gemeindepräsident von Reigoldswil, wo ebenfalls ein Windpark entstehen könnte. «Ich bin a priori sicher nicht gegen den Bau von Windrädern eingestellt», sagt Casagrande. Ob die Einwohner zustimmen würden? Das kann er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. «Es hängt beispielsweise davon ab, ob die Windräder in der Nähe des Siedlungsgebiets stehen werden oder nicht.»