Die bz fragte Ueli Lanz, den Präsidenten des örtlichen Natur- und Vogelschutzvereins, warum ein Drittel der Dorfbevölkerung dem Verein angehört. «Wir sind ein sehr aktiver Verein im Dorf. Und weil wir uns auch mit Themen befassen, die über den Naturschutz hinausgehen, werden wir nicht nur als ‹Grüne› wahrgenommen», gibt Lanz zu verstehen.

Früher, so erinnert er sich, hätten sich die Natur- und Vogelschutzvereine fast ausschliesslich mit dem Aufhängen und Kontrollieren von Nistkästen befasst. Daran erinnert eigentlich nur noch die Bezeichnung der Vereine mit Betonung auf Vogelschutz. Einen ausserordentlich hohen Stellenwert hat auch der Natur- und Vogelschutzverein im Nachbardorf Maisprach. Beide Vereine arbeiten eng zusammen und führen Anlässe oft gemeinsam durch.

In die Geheimnisse einweihen

Zweifellos tragen auch das attraktive Jahresprogramm und der moderate Mitgliederbeitrag von 25 Franken dazu bei, die Leute bei der Stange zu behalten. Der Verein führt regelmässig Exkursionen durch und organisiert Vorträge, auch zu Themen, die weit über den eigentlichen Naturschutz hinausgehen, etwa Astronomie oder Geologie.

«Die Vögel sind nur ein Teil der Natur. Um die Natur schützen zu können, müssen wir dafür sorgen, dass das Umfeld stimmt», bekräftigt Lanz. Am Internationalen Zugvogeltag anfangs Oktober, wenn sich die Vögel auf die weite Reise in die südlichen Gefilde zum Überwintern aufmachen, beobachtet und notiert ein Team des Vereins am Fusse der Farnsburg, ausgerüstet mit Fernrohr und Feldstecher, den Flugverkehr in Richtung Afrika.

Der Wanderweg sei zwar kein idealer Punkt zum Beobachten, meint Lanz. Aber viele Leute kämen hier oft zufällig vorbei und liessen sich dann gerne in die Geheimnisse des alljährlichen Vogelzugs einweihen. Den Hauptzweck des Zugvogeltages, das Sensibilisieren der Bevölkerung für den Naturschutz, erreiche man an dem viel begangenen Wanderweg optimal.

Offen für Kulinarisches

Ein Drittel der Mitglieder des Vereins und des Vorstands sind Leute, die einst als Zuzüger nach Buus kamen. Dies trägt in hohem Masse dazu bei, dass sich Alteingesessene und «Neue» besser verstehen. Ein diesbezügliches Integrationsproblem existiert, wie der Präsident bestätigt, in der Rebgemeinde offensichtlich nicht.

Schliesslich wirbt der Verein erfolgreich aktiv um neue Mitglieder. Austritte gibt es, abgesehen von Todesfällen und Wegzügen, praktisch keine. Zu den Highlights des NVB zählt der alle zwei Jahre stattfindende Obsttag. In der Mehrzweckhalle wird dabei so ziemlich alles angeboten, was die einheimischen Fluren hergeben. Auch andere Produkte einheimischen Schaffens werden am Event gezeigt.

Ebenfalls im zweijährigen Turnus, alternierend zum Obsttag, führt der Verein einen Ausflug durch, an dem sich bis zu 100 Personen beteiligen. Hier zeigt sich die Organisation ebenfalls flexibel. Lanz: «Wenn wir reisen, sind wir durchaus auch für Kulinarisches, Kulturelles und Touristisches ausserhalb des Naturschutzes offen.»