Was die Thiersteiner Gemeinde Meltingen im vergangenen Jahr erlebte, steht nun auch dem Nachbardorf Zullwil bevor: Die Ortschaft muss vom Kanton Solothurn zwangsverwaltet werden.

Im Verlauf des Monats Mai übernimmt ein Sachwalter die Geschäfte der 650-Einwohner-Gemeinde. Der Zwangsverwaltung vorausgegangen ist der Rücktritt von zwei Gemeinderäten sowie dem Gemeindepräsidenten. Sie demissionierten aufgrund von langen und heftigen Auseinandersetzungen mit dem Komitee Pro Zullwil.

Der fünfköpfige Gemeinderat schrumpfte auf einen Schlag auf zwei Personen und verlor die Handlungsfähigkeit. Um diese wieder zu erlangen, hätte bis am Montag mindestens eine Person für den Rat nachnominiert werden müssen. «Es haben sich zwar zwei für das Amt interessierte Personen bei mir gemeldet», sagt die verbliebene Gemeinderätin Sandra Christ-Helfenfinger von der Gemeinsamen Liste Zullwil, auf der auch die zurückgetretenen Gemeinderäte gewählt wurden.

Damit die beiden Interessierten hätten nachrücken können, wäre Rückendeckung derjenigen nötig gewesen, welche damals die Gemeinsame Liste unterstützten. Gemäss Solothurner Gesetz hätten acht dieser 13 Personen den potenziellen Nachfolgern mit einer Unterschrift den Segen geben müssen.

«Es ist nicht gelungen, die Unterschriften zusammenzukriegen», bedauert Christ-Helfenfinger. Sie habe sechs angefragt, die allesamt nicht unterschreiben wollen. «Sie erklärten mir, dass sie die Zwangsverwaltung möchten.» Der Regierungsrat wird in einer der nächsten Sitzungen den Sachwalter einsetzen.