Die Gemeinden wehren sich gegen die Sanierung der Baselbieter Pensionskasse (BLPK). Nun bereiten sie sich auf den grossen «Showdown» vor, wie der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott die Abstimmungen im Herbst nennt. Am 22. September kommt die umstrittene Sanierung vor das Volk. Wann über die Gemeindeinitiative abgestimmt wird, mit der sich Ott und Konsorten gegen die vom Kanton vorgeschlagene Lösung wehren, ist noch nicht klar.

Fest steht: Im Hintergrund suchen die 18 Gemeinden, die sich zum Widerstand formiert haben, bereits intensiv nach alternativen Lösungen. Der Ausschuss, den die Gemeindepräsidenten für ihr Anliegen eingesetzt haben, beauftragte eine externe Firma, konkrete Alternativen zur BLPK aufzuzeigen. Dazu wurden gemäss Mike Keller, Gemeindepräsident von Binningen und Anführer des kommunalen Widerstandes, Mustergemeinden definiert. Anhand derer zeigten die Experten den interessierten Gemeinden, wie Modelle mit anderen Versicherern oder Sammelstiftungen aussehen könnten. Nun sind die Gemeinden aufgefordert, individuell nach der besten Lösung zu suchen.

Einige Gemeinden haben bereits Offerten auf dem Tisch, wie Bottmingen und Reinach bestätigen. Auch Liestal hat reagiert und die berufliche Vorsorge im Kantonsblatt ausgeschrieben. Ott sagt, auf diese Weise wolle man sicherstellen, dass möglichst viele Anbieter angesprochen würden und der Markt spielen könne. Ott zeigt sich nach wie vor unzufrieden über die von Regierung und Parlament vorgeschlagene Sanierung. Nicht erfüllte Anliegen der Gemeinden sind die vollständige Ausfinanzierung der Kasse durch den Kanton sowie eine Teil- anstatt einer Vollkapitalisierung.

Die Suche nach individuellen Pensionskassenlösungen von Gemeinden und Institutionen, die bisher einer öffentlichen Kasse angeschlossen waren, ist nicht nur im Baselbiet ein Thema. Wie der Stanser Vermögensberater Weibel, Hess & Partner, der jährlich einen Pensionskassen-Vergleich für die «SonntagsZeitung» durchführt, angibt, hätten Anfragen im Zusammenhang mit kantonalen Pensionskassen in den vergangenen drei Jahren deutlich zugenommen. Diese Angabe bestätigt auch der grösste Schweizer Lebensversicherer Swisslife. Pressesprecher Dajan Roman sagt, man habe in der jüngsten Vergangenheit verschiedene solcher Anfragen gehabt. Die Basler Sammelstiftung Abendrot ist ebenfalls in Kontakt mit Gemeinden und hat sogar schon Offerten für Baselbieter Ortschaften erstellt. Die Bemühungen laufen. Der «Showdown» kann kommen.

Es wird die erste Bewährungsprobe für den neuen Baselbieter Finanzdirektor Anton Lauber (CVP).