Neun Gemeinderäte haben in einem gemeinsamen Schreiben an den Sicherheitsdirektor Isaac Reber ihre Argumente gegen die Schliessung des Waldenburger Polizeipostens vorgebracht.

Im vergangenen August gab die Kantonspolizei Baselland bekannt, die Schliessung der Polizeiposten in sieben Gemeinden zu prüfen. Künftig werde dafür die Polizeipräsenz auf der Strasse durch Patrouillen erhöht. Nachdem in Waldenburg jedoch bereits das Bezirksgericht, die Bezirksschreiberei und das Zivilstandsamt aufgehoben wurden, versprach Gemeindepräsidentin Andrea Kaufmann, sich gegen den Abzug des Polizeipostens zu wehren.

Die Gemeinderäte aus Arboldswil, Bennwil, Hölstein, Langenbruck, Liedertswil, Niederdorf, Oberdorf und Ramlinsburg stellen sich nun auf ihre Seite.

Polizeiposten gibt Sicherheit

Nebst der Schwächung des Bezirks Waldenburg durch das Verschwinden einer weiteren öffentlichen Institution wird die geplante Kompensation durch Patrouillen kritisiert. Es würden Wartezeiten von mindestens 15 Minuten entstehen, bis eine angeforderte Patrouille vor Ort sei. Ausserdem zeige die Erfahrung, dass die Polizei hauptsächlich im unteren Baselbiet patrouilliere, wodurch sich die Wartezeit noch verlängern könne.

Als weiteres Argument führen die Gemeinderäte die Nähe zur Bevölkerung auf, welche die Mitarbeitenden des Polizeipostens pflegen. Auch in den umliegenden Gemeinden sei dies für das Sicherheitsgefühl und den Rückhalt der Polizei wichtig.

«Zudem haben die Mitarbeitenden des Postens Waldenburg Ortskenntnisse, welche bei einer Schliessung verloren gehen», schreiben die Gemeinderäte. Schliesslich argumentieren sie, dass es im Waldenburgertal spezielle Gründe für einen Polizeiposten gibt. Das Massnahmenzentrum Arxhof, ein Asylzentrum und die hohe Sozialhilfedichte werden in diesem Zusammenhang genannt.

Patrouillen statt Posten

Ähnliche Bedenken teilen auch andere betroffene Gemeinden wie Aesch und Arlesheim, wo der Polizeiposten in unmittelbarer Nähe des Bezirksgefängnisses steht. Es wird bezweifelt, dass Polizeipatrouillen die nötige Sicherheit gewährleisten können.

In Maisprach, wo die Bevölkerung schon länger ohne eigenen Polizeiposten auskommt, beurteilte Gemeindepräsident Paul Spänhauer die vorgesehenen Neuerungen hingegen positiv. Auf Patrouillen sei mehr Verlass als auf das trügerische Sicherheitsgefühl, das ein stationärer Posten vermittelt. «Die Verbrecher sind draussen und nicht im Polizeiposten», kommentierte auch Polizeisprecher Marcel Wyss Ende August gegenüber der bz.

Im November dieses Jahres wird der Regierungsrat seine endgültige Entscheidung über die möglichen Schliessungen bekannt geben. Ob die Gemeindepräsidien des Waldenburgertals nötigenfalls eine Petition erwägen, steht zurzeit noch offen.