Steuersünder in Nuglar-St. Pantaleon können aufatmen: Obwohl die Dorneckberg-Gemeinde sich mit hohen Abschreibungen konfrontiert sieht, wird es an der Gemeindeversammlung heute Abend keinen Steuerpranger geben. «Wir werden keine notorischen Steuerzahlungsverweigerer publizieren», verrät Hans Peter Schmid, das politische Oberhaupt der beiden Dörfer, mit Blick auf die Gemeinde Egerkingen.

«Das ist nicht gesetzlich»

Deren Präsidentin Johanna Bartholdi hatte letzte Woche den Stimmberechtigten die Namen von Steuerschuldnern genannt. Nicht nur für Esther Altermatt, die Gemeindepräsidentin von Büren, sondern auch für Philippe Weber, den Präsidenten der Gemeinde Seewen, ist dieser Weg eindeutig falsch. «Das ist nicht gesetzlich und damit auch nicht richtig», sagt er bestimmt. Es sei besser, das persönliche Gespräch zu suchen. Das habe bisher viel gebracht. Man müsse schon am Abgrund stehen, bevor man mittels Pranger gegen säumige Steuerzahler vorgehe, findet Weber.

So sieht es auch Gemeinderat Rudolf Nebel, der in Hochwald die Finanzen überblickt. Es sei zwar ärgerlich, wenn manchen Leuten andere Ausgaben wichtiger seien als das Gemeinwohl, und würde man das Volk befragen, käme der Steuerpranger wohl infrage. Da die Steuermoral in seiner Gemeinde aber insgesamt gut sei, würde er als Politiker in letzter Instanz nur den Rechtsweg über das Betreibungsverfahren gehen. Zuvor sei es üblich, mit Steuerschuldnern über Raten zu verhandeln.

Hochwald: 1,5 Prozent Ausfälle

Nebel nennt es im Übrigen normal, dass ein bis drei Prozent des gesamten Steuervolumens als Ausfälle abgeschrieben werden. In Hochwald sind es laut Finanzverwalterin Elsbeth Dettwiler konkret rund 64 700 Franken, die 2012 ausfielen. Das entspreche bei einem Gesamtvolumen von 4,3 Millionen Franken rund 1,5 Prozent.

Noch weniger Steuerabschreibungen hatten im vergangenen Jahr die Seewner zu verbuchen. Finanzverwalterin Margrith Holzherr gibt gerade einmal 1,1 Prozent an. Hinzu kommen jedoch sechs Prozent an gefährdeten Steuerguthaben. Verglichen mit den Zahlen aus Hochwald, wo nur 1,5 Prozent der Steuerguthaben in der Schwebe sind, wirkt der Wert hoch. Doch Holzherr ist optimistisch und geht davon aus, dass ein Grossteil dieser Guthaben beglichen wird. Ohnehin ist die Frage, welche Steuern auf der Kippe stehen, Ermessenssache. «Solchen Zahlen liegen immer Annahmen zugrunde», erklärt Hochwalds Finanzchef Rudolf Nebel.

Auch in Nuglar-St. Pantaleon, wo der Ankündigung von Gemeindepräsident Schmid zufolge an der Gemeindeversammlung die Steuermoral zumindest ein Diskussionspunkt werden wird, ist nicht alles verloren, was buchhalterisch abgeschrieben wird. Laut Finanzverwalterin Pia Schenk ist von den rund 106 000 Franken, die für 2012 mit einer Überschreitung von rund 76 000 Franken als abzuschreibendes Steuerguthaben budgetiert worden sind, nur ein Drittel effektiv weg. Der Rest sind nach Angaben des Gemeindepräsidenten Schmid «Steuern, die wir hoffentlich noch alle eintreiben werden».

«Werden Praxis verschärfen»

Derart entschlossen tritt auch Gemeindepräsidentin Esther Altermatt in Büren auf. «Angesichts einer Verschlechterung der Zahlungsmoral werden wir unsere Praxis verschärfen, indem wir vereinbarte Ratenzahlungen erhöhen und bei Zahlungsverzögerung die Betreibung sofort einleiten werden.» Die Steuerausstände 2004 bis 2010 in Büren betragen zirka 20 Prozent, der Betrag liegt damit bei über 1 Million Franken.