Mehr Grünflächen, mehr Freiraum und ein grösserer Zentrumsplatz: Das waren in den vergangenen Monaten die Wünsche aus der Bevölkerung an das Birsfelder Zentrumsplanungs-Projekt. Der Gemeinderat hat sich diese Wünsche zu Herzen genommen. An einer Infoveranstaltung vor 300 interessierten Birsfeldern präsentierte er, was er an den Plänen verändert hat, die eine Jury im Frühling auserkoren hatte.

Die Fläche der geplanten Gebäude wurde um 5 Prozent reduziert. Dies geschieht nicht durch spektakuläre Änderungen der Gebäudeanordnung, sondern indem verschiedene Fassaden um wenige Meter zurückverschoben werden.

Grösserer Zentrumsplatz

Davon profitiert insbesondere der vorgesehene Zentrumsplatz, anstatt 1500 ist er jetzt 1900 Quadratmeter gross, «so gross wie der Domplatz in Arlesheim», wie Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP) darlegte. Darauf soll neu eine Kinderspielecke Platz haben.

Gleichzeitig ist die versiegelte Fläche um 21 Prozent gesunken, unter anderem weil anstelle von Wackersteinen durchlässige Beläge verbaut werden sollen. Der Kastanienhof im Norden besteht neu aus separaten Wohneinheiten und hat einen grünen Innenhof.

Das Museum bleibt nun stehen, auch das ein häufig geäusserter Wunsch aus der Bevölkerung. Und es bestätigte sich das Gerücht, dass die Gemeindeverwaltung in das Gebäude der Basellandschaftlichen Kantonalbank einzieht (bz berichtete).

Neue Visualisierungen

«Wir haben das ursprüngliche Projekt nach Massgabe der Bevölkerung angepasst», so beschrieb Hiltmann die Veränderungen. Gleich bleibt die Absicht, verschiedene Investoren zuzulassen, um eine Vielfalt der Architektur und der Bewohner der 160 Wohnungen sicherzustellen. Das Baurecht soll jährlich 800 000 Franken in die Gemeindekasse fliessen lassen.

Das Projekt zu revolutionieren, war nie die Absicht, wie Hiltmann erklärt: «Die Grundstruktur bleibt, aber wir haben die Qualitäten für Mensch und Natur optimiert.» Er macht auch klar, dass man versucht hat, das Projekt besser zu verkaufen: «Und wir haben fotorealistische Visualisierungen erstellt. Es war uns wichtig, die mögliche Zukunft erlebbar zu machen.»

Grossen Saal reserviert

Den 300 Birsfeldern im Saal schienen damit befriedigt. Fragen stellten sie nur zu technischen Ausgestaltungen, etwa dem Autoverkehr oder dem Schattenwurf. Kein einziger Bürger wollte mehr zum Grünanteil wissen, dem Hauptkritikpunkt seit vergangenem Frühling, den der Gemeinderat jetzt zu entkräften versuchte.

Für Hiltmann ist das ein gutes Zeichen: «Wir haben offenbar unsere Aufgabe gut erfüllt», sagte er nach dem Anlass. «Die Leute haben verstanden, was wir geändert haben.» Ob damit das umstrittene Thema Grünraum weg vom Tisch sei, das wollte er aber nicht voraussagen. «Wir haben jedenfalls unser Bestes gegeben.»

Das Volk hat das letzte Wort

Ob der Souverän die revidierten Pläne als geeignet sieht, um das Zentrum weiter zu planen, wird sich am 10. Dezember zeigen. Dann soll die Gemeindeversammlung Geld für die Ausarbeitung eines Quartierplans genehmigen. Es wäre ein Durchbruch in der fast 50-jährigen Geschichte der Birsfelder Zentrumsplanung. 

Allerdings muss das Projekt noch einige Stolpersteine überstehen. Die Gemeindeversammlung muss den ausgearbeiteten Quartierplan absegnen, voraussichtlich 2020. Dagegen könnte das Referendum ergriffen werden.

Für die Gemeindeversammlung im Dezember rechnet der Gemeinderat jedenfalls mit einem grossen Interesse. Er hat dafür die Sporthalle reserviert. Dort hat es 600 Plätze.