Der letzten Sommer gegründete Verein Freiwillige für Flüchtlinge Gelterkinden und Umgebung (FFGU) ist vom Gelterkinder Gemeinderat enttäuscht. Laut dem Verein sind Ende Februar die verbliebenen Asylsuchenden – mindestens vier Männer – von der Ende März geschlossenen Station Lampenberg bei Ramlinsburg in eine nächste Unterkunft in Hölstein verschoben worden.

Bis Januar 2017 bewohnten fünf Asylbewerber längere Zeit das Haus an der Mühlegasse 12 in Gelterkinden. Sie mussten dort ausziehen, weil sich das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand befand. In einer Resolution, den die erste Vereinsversammlung der FFGU oppositionslos verabschiedet hat, steht: Offensichtlich sei der Wille, die der Gemeinde zugewiesenen Asylbewerber auch in Gelterkinden unterzubringen, nicht vorhanden.

Mangold: «Es ist uns nicht egal»

«Aus Sicht der Freiwilligen für Flüchtlinge kann ich das verstehen», sagt Gemeindepräsidentin Christine Mangold. Der Gemeinderat hat das Geschäft noch nicht abschliessend behandelt. Die Exekutive wisse noch nicht, was mit der Liegenschaft an der Mühlegasse 12 geschehe. Soll sie saniert werden? Ein Schätzungsbericht sei noch ausstehend. «Es sind verschiedene Aspekte, die hineinspielen.»

Mangold erklärt weiter, dass ein Betrag in die Investitionsrechnung aufgenommen worden sei, um zu eruieren, ob es eine andere Unterkunft brauche. «Dies zeigt, dass uns nicht egal ist, was passiert. Eine sorgfältige Abklärung und Planung benötigt Zeit», betont die Gelterkinder Gemeindepräsidentin. Deshalb könne der Gemeinderat noch nichts sagen, noch sei alles offen.

Gegenüber den betroffenen Asylsuchenden und gegenüber FFGU-Vertretern sei die Unterbringung in Ramlinsburg als «vorübergehende Lösung» bezeichnet worden. Der Verein FFGU hält in seiner Resolution fest: «Die verursachten Umzüge bringen nicht einfach unnötige Umtriebe für die Betroffenen, sondern sie verunsichern Menschen, deren Leben seit längerer Zeit durch Unsicherheit geprägt ist, zusätzlich und sie erschweren (oder verhindern) deren Integration, von deren Wünschbarkeit bei anderer Gelegenheit so oft die Rede ist.»