Traktandum sechs der Rünenberger Gemeindeversammlung vom Donnerstag kommt mit seinem technokratischen Titel eher unverdächtig daher. Doch das Geschäft «Genehmigung Vertrag über den Verbundswerkhof W +» ist umstritten. Nicht von ungefähr finden die Gemeindeversammlungen in den drei Verbundsgemeinden Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen alle am selben Abend statt.

Die Fusion der Werkhöfe sei schon einmal ein Thema gewesen, erinnert sich der ehemalige Kilchberger Gemeindepräsident Ernst Grieder. Vor fünf Jahren habe der Gemeinderat von Rünenberg aber nichts davon wissen wollen. Neu will sich nebst den drei Verbundsgemeinden auch Wenslingen anschliessen. Und dort findet die Gemeindeversammlung erst am Freitag statt. Allerdings nicht aus politischen Gründen, wie Andreas Gass betont.

«Könnten gleich fusionieren»

«Das Dorfbeizli hat nur am Freitag geöffnet», erklärt der Gemeindepräsident und lacht. In Wenslingen steht in zwei Jahren die Pensionierung des langjährigen Gemeindearbeiters an. Da dieser seine private Infrastruktur zur Verfügung stellt, verfügt die Gemeinde über keinen eigenen Werkhof. Der Anschluss an den Verbund mache deshalb Sinn. «Auf lange Sicht ist das nicht die billigste, aber die wirtschaftlichste Lösung», ist Gass überzeugt.

Nebst Verwaltungsverbund und Feuerwehrverbund wäre für Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen die Zusammenlegung der Werkhöfe der dritte Verbund. «Dann könnten wir auch gleich die politischen Gemeinden fusionieren», findet der frühere Rünenberger Gemeindeschreiber Ruedi Buser. Und er fragt sich, weshalb Zeglingen gerade eben noch einen neuen Traktor beschafft habe. «Das war politisch nicht sehr geschickt.»

Rünenberg befindet in einer komfortablen Situation: «Wir haben einen funktionierenden Werkhof», sagt Gemeindearbeiter Felix Spring. Ob Zusammenlegung oder nicht, er kann mit beiden Varianten leben. «Für mich spielt es keine Rolle.» Als designierter Chef würde er den gemeinsamen Werkhof bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2021 leiten.

Die Vorteile einer Fusion der Gemeindedienste seien nicht von der Hand zu weisen, erklärt der Zeglinger Gemeinderat Jörg Fäh. «Nicht jede Gemeinde braucht einen eigenen Traktor», appelliert er als Leiter der Arbeitsgruppe «Verbundswerkhof W +» an den gesunden Menschenverstand.

Nebst den anstehenden Pensionierungen werde die Arbeitssicherheit immer wichtiger. Etliche Arbeiten dürfen aus versicherungstechnischen Gründen nur noch zu zweit ausgeführt werden. Finanziell sieht Fäh keine Nachteile. Die Zustimmung in allen vier Gemeinden vorausgesetzt, wird sich Wenslingen mit 50'000 Franken in den Werkhofverbund einkaufen. Mit dem vorgesehenen Verteilschlüssel fährt Rünenberg günstiger, Zeglingen und Kilchberg müssten etwas mehr bezahlen. Als Standort bietet sich das Mehrzweckgebäude in Rünenberg an.