Gerungen wurde hart bis in den späten Sonntagabend, dann war der Entscheid gefallen und unumstösslich. Die Baselbieter CVP und die GLP konnten ihre grossen Differenzen nicht überwinden und gehen im Hinblick auf die Nationalratswahlen vom 18. Oktober getrennte Wege. CVP-Marc Scherrer bestätigte am Sonntagabend um 22.23 Uhr das definitive Scheitern der Verhandlungen.

Unausgeräumter Knackpunkt blieb die von der GLP geforderte Teilnahme der Grünen-Unabhängigen an der gemeinsamen Listenverbindung mit CVP und BDP. Davon wollte der CVP-Vorstand jedoch aus grundsätzlichen Überlegungen nichts wissen. Ebenso wenig hilfreich dürfte in dieser Phase der Entscheid der BDP-Basis vom Freitagabend gewesen sein, statt GLP-Ständeratskandidat Hans Furer den Bisherigen, SP-Ständeherr Claude Janiak, zu unterstützen. 

Keine Änderungen mehr am Stichtag

Somit bleibt es im Baselbiet bei jenen Parteienbündnissen, die bereits vor dem Meldeschluss am Montag um 17 Uhr bekannt geworden sind: SVP und FDP; SP und Grüne; CVP und BDP. Die Grünliberalen, von denen am Sonntagabend niemand zu erreichen war, werden vermutlich mit den Grünen-Unabhängigen zusammenspannen. Ihre Aussicht, bei der Vergabe der sieben Baselbieter Nationalratssitze irgendeine Rolle zu spielen, ist ebenso verschwindend klein wie jene der EVP, die sich nach hartem internen Ringen für einen Alleingang entschieden hatte.

Eine der Leidtragenden dieser Entwicklung ist CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter. Mit den Stimmen der GLP wäre ihre Wiederwahl, oder zumindest die Bestätigung des CVP-Sitzes, reine Formsache gewesen. Nun stehen ihr und ihren härtesten parteiinternen Herausforderern Remo Franz und Alex Imhof intensive Wahlkampftage bevor.

Gestern Abend gab sich Schneider-Schneiter aber zuversichtlich, dass die CVP am Wahltag prozentual zulegen und ihren Sitz dank der Unterstützung der BDP sichern wird. Um einen Sitz sicher zu erreichen, muss eine Partei oder ein Parteienbündnis in Baselland mindestens 12,5 Prozent der Stimmen erhalten, was CVP und BDP nur schaffen können, wenn beide Parteien im Vergleich zu den Landratswahlen im Februar zulegen. Allerdings können Restmandate auch unterhalb der 12,5-Prozent-Hürde vergeben werden.

Auch Maya Graf muss kämpfen

Auf diese niedrigere Hürden spekulieren auch die Grünen, die Wahlverlierer des Frühjahrs, die nach dem ablehnenden Entscheid der EVP und der Loslösung von den dissidenten Grünen-Unabhängigen ebenfalls hart kämpfen müssen, um den Sitz der Bisherigen Maya Graf zu verteidigen. Am anderen Ende des Parteienspektrums hat sich die SVP den Gewinn des dritten Sitzes zum Ziel gesetzt. Durch das definitive Scheitern des grossen Mitte-Bündnisses sieht sie sich nun diesem Ziel einen Schritt näher.

Grüne-Unabhängige und Grünliberale gehen Listenverbindung ein

Kurz vor dem Eingabeschluss sind die Entscheide in einem kurzen Telefongespräch definitiv gefallen: Grüne-Unabhängige und Grünliberale verbinden ihre Listen, führen jedoch getrennte Abstimmungskampagnen, wie die Grünen-Unabhängigen in einer Medienmitteilung berichten.

Sechs Wochen vor den Wahlen steht also endgültig fest, dass es am 18. Oktober zu einem äusserst spannenden Wahlsonntag im Liestaler Regierungsgebäude kommen wird.