Als sich Susanne Weyermann auf die Strasse stellte und Unterschriften sammelte, war ihre Absicht klar. Die Dornacherin möchte, dass auch künftige Generationen im örtlichen Hallenbad das Schwimmen lernen können. Dort wagten sich einst auch ihre Kinder erstmals ins Wasser. Das Bassin in der 1972 erbauten Schwimmhalle Gwänd in Dornach dient seit den Anfängen als Lernschwimmbecken.

Künftig müssen sich die Primarschülerinnen und Primarschüler jedoch bald woanders an das kühle Nass gewöhnen. Der Dornacher Gemeinderat plant, das Hallenbad abzureissen und an seiner Stelle eine Dreifachturnhalle zu errichten. Mit dem Neubau will man die zwei bisher in der Gemeinde verteilten Turnhallen an einem Ort konzentrieren. Und gleichzeitig die rund 200'000 Franken einsparen, welche die Schwimmhalle jährlich an Unterhalt kostet.

Hunderte unterschreiben Petition

Susanne Weyermann und 543 weitere Personen haben eine Petition unterschrieben und wollen damit den Abriss der Halle verhindern. «Das Hallenbad erfreut sich grosser Beliebtheit, ist attraktiv gelegen und gut ausgelastet», erklärt die Initiantin. «Viele Tausende Schulkinder haben hier schon schwimmen gelernt.» Neben der Primarschule Dornach nutzen heute auch die Primarschule Arlesheim, der Schwimmverein beider Basel und die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft das Becken. Am Mittwochnachmittag steht das 1,20 Meter tiefe Bassin zudem der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Fällt die Schwimmhalle weg, könnte es für die Nutzer schwierig werden, Ersatz zu finden. Sie habe sich bei mehreren Gemeinden erkundigt, ob deren Hallenbäder noch weitere Schulen und Vereine aufnehmen könnten. Überall hiess es, dass man bereits jetzt an den Kapazitätsgrenzen angelangt sei, sagt Weyermann. «Die Lage aller vergleichbaren Institutionen in der Region ist äusserst prekär. Es herrscht ein Mangel an Schwimmflächen.» Nun noch ein weiteres Hallenbad zu schliessen, sei der völlig falsche Weg.

Der Abriss des Hallenbads und der Bau der Dreifachturnhalle sind Teil einer umfassenden Neugestaltung der Gemeindesportanlagen und des Schulraums in Dornach. Der Gemeinderat hat ein entsprechendes Konzept für die insgesamt rund 40 Millionen Franken teuren Massnahmen an seiner Sitzung im September 2017 genehmigt. Darin heisst es zur Schwimmhalle: «Das Angebot wird zwar grundsätzlich geschätzt, gleichzeitig beschränkt sich die Nutzung aktuell vor allem auf die Primarschule und Externe (keine Dornacher).» Auch abgesehen von den Kosten sei es fraglich, ob eine hochwertige und vielfältig nutzbare Sporthalle nicht mehr biete als das beschränkt nutzbare Lernschwimmbecken. Für den schulischen Schwimmunterricht könnte im Sommer das Dornacher Gartenbad Weiden genutzt werden.

Am Schluss entscheidet das Volk

An der Ausarbeitung des Konzepts war auch die Dornacher Gemeinderätin Barbara Vögtli (SP) beteiligt. Das Mitglied der Sportinfrastrukturkommission betont, dass die neu gebaute Turnhalle für die Gemeinde mehr Vorteile bringe als das Hallenbad. «Wir können so unseren akuten Platzmangel bei den Innensportanlagen beheben. Zudem ist die Schwimmhalle in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig», erklärt Vögtli. Als Standort für die Dreifachturnhalle komme nur das Gebiet Gwänd infrage – also dort, wo heute das Hallenbad steht.

Der Gemeinderat möchte in den nächsten Monaten einen Informationsanlass durchführen und die verschiedenen Bauetappen vorstellen. Letztlich entscheidet das Dornacher Stimmvolk an einer Urnenabstimmung über das Gesamtprojekt. Läuft alles nach Plan der Gemeinde, rollen Mitte 2020 bei der Schwimmhalle die Abrissbagger auf.