Ein Fotoapparat als Knie, ein Golfschläger als Arm, Konservendosen als Augen und allerlei Besteck als Haare. Die Skulptur, die an der Hölzlistrasse in Binningen steht, besteht aus viel altem Gerümpel.

Die Figur ist zusammengesetzt aus Gegenständen, welche ihren Besitzern einst viel bedeuteten. So viel, dass sie sich über Jahrzehnte nicht von ihnen trennen konnten. Der Baselbieter Künstler Markus Zaugg trat für sein aktuelles Projekt mit Messies aus dem Raum Basel in Kontakt.

Er bat sie, ihm Objekte zu geben, aus denen er einen eigenen Messie kreieren konnte. Seit Samstag ist das Kunstwerk bis auf weiteres auf einem unbebauten Grundstück zu sehen.

Zwölf Messies gaben Objekte

Für die Anfertigung der Skulptur benötigte der Binninger Zaugg lediglich einen Tag und eine Nacht. Bis er jedoch alle Gegenstände zusammen hatte, dauerte es rund ein halbes Jahr. «Um die Messies dazu zu bringen, ihm die Objekte zu geben, brauchte es häufig viel Überzeugungsarbeit», sagt Conrad Engler, der beim Projekt für die Medienarbeit zuständig ist.

Immer und immer wieder traf sich der Künstler mit den Messies, deren Kontakte er in den meisten Fällen von Bekannten erhalten hatte.

Bei den Gesprächen sei Zaugg auf die unterschiedlichsten Typen von Messies gestossen. «Es gibt solche, die ihre Störung überhaupt nicht im Griff haben und deren Wohnung deshalb vollkommen zugemüllt ist», erklärt Engler.

Daneben hatte es der Künstler aber auch mit Menschen zu tun, die sich selber als eine Art geordneter Messie bezeichnen. Ihnen ist es möglich, trotz ihrem Problem, sich von Dingen zu trennen, ein weitestgehend normales Leben zu führen.

Viele der angefragten Messies hätten, nachdem sie ihre Objekte abgegeben hatten, sehen wollen, was daraus entstanden ist.

Mit seinem Messie wolle Markus Zaugg das Messie-Syndrom enttabuisieren. «Wir möchten aufzeigen, dass in den meisten von uns ein kleiner Messie steckt», so Conrad Engler.

Egal, ob man nun Mühe damit habe, in seiner Wohnung Ordnung zu bewahren. Oder ob man es einfach nicht hin kriegt, ab und zu seinen Estrich zu entrümpeln. (HOF)