Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wollen die SBB den Zusatzkurs der S 3 werktags 17.12 Uhr ab Basel nach Olten nicht mehr in Lausen und Itingen stoppen lassen. Dies sorgte am Donnerstag im Landrat für Unmut. Das Kantonsparlament hat deshalb ein Postulat von SP-Landrätin Sandra Strüby überwiesen. Damit wird die Regierung verpflichtet, nochmals mit dem Bahnunternehmen zu verhandeln, obwohl Verkehrsdirektorin Sabine Pegoraro beteuerte: «Der Entscheid der SBB ist gefallen.»

Von der SBB-Medienstelle tönt es weniger drastisch. Die Fahrplanvernehmlassung dauert noch bis morgen Sonntag. «Die SBB werden bei Eingaben zur Stellungnahme eingeladen. Die Eingaben werden sorgfältig geprüft auf die Kundenauswirkungen und die Stabilität des Gesamtsystems», schreibt die Medienstelle auf Anfrage. Die Trassen für den Fahrplan 2020 würden definitiv im nächsten August bestellt. Die SBB betonen jedoch, dass die im Fahrplanentwurf vorgeschlagene Lösung zusammen mit dem Kanton erarbeitet worden sei. Gut möglich, dass noch ein Hintertürchen offen ist und der Abend-Zusatzkurs der S 3 auch künftig in Lausen und Itingen hält.

Mit der Streichung der beiden Halte sollen Zeit gewonnen und die Anschlüsse ab Olten sichergestellt werden. Im Landrat ist aber bestritten worden, dass dies relevant ist. So betonte Florence Brenzikofer (Grüne): «Das ist ein Pendlerzug. Alle, die nach Olten wollen, nehmen den Schnellzug. Es braucht also gar keine Anschlüsse.» Gemäss Statistik der Baselbieter öV-Delegierten stiegen 2018 werktags durchschnittlich 43 Personen erst in Olten aus. Wie viele davon Anschlusszüge beansprucht haben, gibt das Bahnunternehmen nicht bekannt. Die SBB kommunizierten seit je keine Zahlen zu Passagieren einzelner Züge oder Umsteigerelationen, lässt ihre Medienstelle wissen.