Die mit Brennhaaren versehenen Raupen des Eichenprozessionsspinners bauen dieses Jahr wieder vermehrt ihre grossen Gespinstnester an Stämmen und dicken Ästen, wie das Amt für Wald beider Basel mitteilt. So wurden bereits einige Nester und Raupen im unteren Baselbiet und in Basel-Stadt gesichtet. 

Wie der Namen bereits verrät, kann diese Raupenart überall vorkommen, wo es Eichen hat. Ueli Meier, Leiter des Amts für Wald beider Basel, kennt die bevorzugten Plätze der Eichenprozessionsspinner: «Sie präferieren vor allem sonnige und warme Standorte wie beispielsweise am Waldrand.» Aber auch Eichen bei Grillplätzen, Waldspielplätzen sowie in Schwimmbädern und Gärten werden von den Raupen befallen. 

Zwar sind die Eichenprozessionsspinner für die Natur unbedenklich – die kahlgefressenen Zweige schlagen wieder aus – jedoch stellen die Raupen für den Menschen eine Gefahr dar. «Der Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe führt im Normalfall zu einem Juck- bzw. Brennreiz, der mit dem von Brennesseln ähnlich ist, bald aber wieder abklingt», erklärt Meier. 

Das Problem ist aber, dass Menschen allergisch auf die Brennhaare der Raupen reagieren können. Dann kommt es zu nesselartigen Entzündungen oder Atembeschwerden. Im schlimmsten Fall kann dies sogar zum Tod führen. Meier weiss aber: «Das hat dann nicht per se mit den Raupen zu tun, sondern vielmehr ist das die Folge einer giftspezifischen Allergie.» Es soll also beim Auftreten starker allergischer Symptome ein Arzt aufgesucht werden.

Wichtigste Vorsichtsmassnahmen

Damit es überhaupt nicht so weit kommt, gibt es einige Vorsichtsmassnahmen zu berücksichtigen. Meier berichtet: «Das Wichtigste ist, dass man von den Raupen und den Gespinsten Abstand hält und sie nicht berührt.» Auch verlassene Nester sollen nicht angefasst werden, da sich darin noch immer abgebrochene Brennhaare befinden können. Falls man doch doch in Kontakt mit den Brennhaaren kommt, gilt es die betroffene Stelle rasch mit Wasser zu waschen und die Kleider zu wechseln. 

Weiter leitet das Amt für Wald beider Basel Befundmeldungen an die zuständige Gemeinde weiter, damit die entsprechenden Massnahmen getroffen werden können. In der Regel wird der befallene Standort abgesperrt, allenfalls wird das Nest entfernt. Aber auch dann bleibt das Gebiet weiterhin unzugänglich, da Brennhaare der Raupen übrig bleiben. «Mehr kann man im Moment nicht machen. Die chemische Bekämpfung ist nicht sehr wirkungsvoll, da die toten Raupen entsprechend entsorgt werden müssten», erklärt Meier. Zudem ist der Einsatz von Pestiziden im Wald verboten. 

Raupen profitieren vom warmem Wetter 

Laut Meier ist das Vorkommen der Eichenprozessionsspinner in beiden Basel schon seit langem bekannt. Da es sich bei den Raupen um eine Nachtfalterart handelt, die von warmem Wetter und milden Wintern profitiert, hängt die Häufigkeit des Auftretens sehr stark vom Wetter ab. So kann beispielsweise ein sehr kalter Winter dafür sorgen, dass das Vorkommen wieder entsprechend zurückgeht. 

Gerade vom diesjährigen Witterungsverlauf – lange Zeit war es feucht, dann wurde es früh warm – haben die Raupen profitiert. «Von einer Plage können wir nicht sprechen. Wir müssen aber davon ausgehen, dass es nächstes Jahr einen erkennbaren Anstieg im Raupenvorkommen gibt, sofern der Winter mild ausfällt», erklärt der Leiter des Amts für Wald beider Basel. 

Noch bis Ende Juni, Anfangs Juli dauert die Hauptsaison der Eichenprozessionsspinner, dann verpuppen sich die Raupen. Jedoch bleiben die Brennhaare weiterhin in den Nestern haften, sprich: Es braucht noch eine Weile, bis auch diese keine Gefahr mehr sind. Entwarnung gibt es Anfang September wie Meier hinzufügt: «Dann sollten auch die letzten Überreste weggespült sein.»