«Eine super Sache», entfährt es Urs Chrétien, dem Geschäftsführer von Pro Natura Baselland. Er ist des Lobes voll über das neue Biotop, das im Herbst am südlichen Dorfrand von Ziefen entstanden ist. Der Oberlauf des Bombergbächli ist auf 60 Metern freigelegt worden, dazu kommen zwei Weiher und als ökologische Aufwertung Heckensträucher.

Kontakt brachte alles ins Rollen

Das Projekt ist einem Zufall zu verdanken: Pro Natura Baselland hat ein Inventar zu eingedolten Bächen und grösseren Drainagen erarbeitet. Das Papier wurde den Gemeinden zugestellt. Der Ziefner Gemeinderat Roland Recher stellte fest, dass das Bombergbächli nicht in diesem Inventar aufgeführt ist. Seine Familie ist Eigentümerin des Grundstücks, auf dem sich der Oberlauf dieses Bächleins befindet. Recher meldete sich bei Pro Natura. Es folgte ein Augenschein. Man einigte sich, begann zu planen und zu bauen. Daraus geworden ist ein weiteres, wertvolles Biotop für Ziefen.

Die beiden Weiher mit Flächen von 70 und 140 Quadratmetern sind auf Wunsch der Besitzerfamilie entstanden. Diese hat zuvor auf der Parzelle Trockenmauern gebaut und einen Garten mit Hügelbeeten angelegt. «Diese Umgebung ist optimal für die Geburtshelferkröte», sagt Chrétien. Dieser «Glögglifrosch», Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch sollen dort sesshaft werden. Möglich ist, dass sich der Feuersalamander im Bächlein ausbreitet.

Die Weiher, die von Regenwasser gespeist werden, sind mit Latexfolien abgedichtet. «Die eineinhalb Millimeter dicken Gummimatten halten theoretisch etwa 80 Jahre», erklärt Werner Götz, der das Projekt geplant hat und für die Bauleitung zuständig gewesen ist. «Es war eine schöne Baustelle», blickt Götz zurück und rühmt die Baufirma, die grosses Gespür für solche Projekte habe.

Die Hecke besteht aus 500 einheimischen Wildsträuchern diverser Arten wie Berberize, Vogelbeere, Eisbeere, Feldahorn oder Schwarzdorn. Dort sollen sich Igel, brütende Vögel und Insekten wohlfühlen können. Die Hecke dient auch dazu, das Biotop vom benachbarten Gehweg visuell abzugrenzen. Die Öffentlichkeit wird eingeschränkten Zugang haben. Beim unteren Weiher werden Bänkli und Tisch postiert.

Das Biotop ist rund 20 Aren gross. Es kostete 73 000 Franken, 60 Prozent davon übernahmen Pro Natura Schweiz, Fonds Landschaft Schweiz und die Walder Bachmann-Stiftung. Urs Chrétien hob die «grosse Eigenleistung» der Familie Recher hervor.

Schon das 15. Projekt

Die Anlage wurde im Rahmen von zwei Kampagnen realisiert: Mit der Aktion «Gummistiefelland BL» sollen vergessene Gewässer ins Bewusstsein gebracht und wenn möglich zurück ans Licht geholt werden; die «Tümpeloffensive» von Pro Natura Schweiz dient dazu, an mindestens 100 Standorten in der ganzen Schweiz Feuchtgebiete, Tümpel und Weiher für besonders stark gefährdete Amphibienarten zu bauen.

Das Bombergbächli ist das 15. Projekt von «Gummistiefelland BL» (siehe Box). In den vergangenen knapp zehn Jahren sind im Baselbiet insgesamt über zwei Kilometer Läufe von Bächlein freigelegt worden. Ein weiteres Projekt in Zunzgen ist bald fertig.