Sie bringt e gsunde Wind ins Starre yne, Fasnecht, guet, bisch wieder do.

So dichtet es an der Premiere des Rotstab-Cabarets vor ausverkauften Rängen. Es ist tatsächlich gut, dass sie wieder hier ist, die Fasnacht – und es ist ebenso gut, dass sie mit dem Rotstab-Cabaret einhergeht.

Da war zum einen eine Hymne voller Poesie an den Chienbäse, zum anderen ein Lobgesang auf die Fasnacht als solche. Bis zum ersten Höhepunkt im KV-Saal zu Liestal vergingen aber keine zwei Minuten. Im engen Kreis schritten die Pfeiferinnen spielend einher, während die Hinterfrau das Piccolo der Vorderfrau, das diese blies, mit den Fingern bespielte. Was für eine Choreographie, lobte es aus Reihe 5, und: «So schön!»

Musikalisch bewiesen die Pfeifer und Trommler der Rotstab-Clique überhaupt, dass sie für die Umzüge und die vier verbleibenden Cabaret-Abende bestens gerüstet sind. Das bestätigten nicht zuletzt die Tambouren bei ihrem Solo «Nada Rapid», das aus der Feder eines ihrer jüngsten Mitglieder stammt, des 20-jährigen Marco Wüthrich.

Mit Böögg und Götterpack

Göttliches Amüsement versprachen dann Göttervater Zeus und seine Götterkumpanen. «Potzheilandsack, Zeus und sys ganze Götterpack», dröhnte es von der Bühne her, wo Zeus und seine Götter das letzte Jahr Revue passieren liessen. Liestal, das bauliche Spekulationsmekka, kritisierten sie und reimten, weil sie Hera und Aphrodite zuhause gelassen hatten: Fraue bruche nid überall deby sy, usser eusi göttlichi Stedtli-Übermuetter Gysi.

Später schleppte Obelix den Zürcher Böögg – in Anlehnung an den letztjährigen Baselbieter Auftritt am Sechseläuten – und schliesslich einen Chienbäse statt des Hinkelsteins über die Bühne. Da waren die Kabarettisten als Römer verkleidet, als Gaius Suffus und Gaius Churzschluss.

Zi-Za-Zuppiger

Den Schlussakkord setzten traditionell die Stedtli-Singers. Erst suchten sie per SSDSS (Stedtli-Singers suchen den Super-Singer) einen siebten Sänger samt Dieter Bohlen in der Jury, worauf sich Muser Schang als einziger gebärdete, dann sangen sie. Über das Drama um Neuchâtel Xamax und Tschagajew und die Tatsache, dass, wenn das so weitergehe, alsbald der FC Liestal Schweizermeister werde.

Und sie sangen über einen SVP-Politiker namens Bruno: «Es will der Zi-Za-Zuppiger in Bi-Ba-Bundesroot» nach der Melodie des «Bi-Ba-Butzemanns». Das war der politische Paukenschlag eines politischen Cabarets – und der Beweis, dass das Versprechen eines «göttliche Amüsements» gehalten wurde.