«Es ist grandios geworden»: Liestals Landratspräsidentin Elisabeth Augstburger geriet ins Schwärmen. Am Wochenende eröffnete Liestal seine neue Rathausstrasse mit dem «goldenen Samstag». Mit goldener Crèmeschnitte, goldenen Preisen, Goldschnittchen zum Frühstück, mit golden gedeckten Tischen auf der Flaniermeile. Apropos Frühstück, die ersten 900, die um 9 Uhr ins Stedtli strömten, erhielten einen Frühstücksbon im Wert von fünf Franken. «Das muss heute drin liegen», sagte ein sichtlich zufriedener, vielleicht sogar erleichterter Stadtrat Franz Kaufmann.

Dieser Stadtrat war es denn auch, der in seiner Ansprache von «30 Jahre langen Geburtswehen und einer neun monatigen Geburt des Liestaler Herzstücks» sprach. Das eine beschreibe die Zeitspanne, bis man sich einig wurde über Gestaltung und Termine, das zweite die Dauer der Bauarbeiten. Kaufmann nannte es ein «riesengrosses Gemeinschaftswerk», welches Liestals Bühne für das kulturelle, gesellschaftliche und gewerbliche Leben nun ermöglicht habe. Elisabeth Augstburger knüpfte eine Hoffnung in Form eines Wunschzettels an einen Ballon und lies ihn zum Himmel steigen. «Ich wünsche mir viele Leute, die nach Liestal einkaufen kommen.» Genauso wünsche sie sich, dass Liestal abends und nachts belebter werde. Events, Konzerte: «Liestal hat so viel Potenzial und nun eine schöne goldene Strasse.»

Viel Prominenz im Stedtli

Die Eröffnung der Rathausstrasse wollten sich viele nicht entgehen lassen. Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro war da, Nationalrätin Sandra Sollberger, alt Regierungsrat Erich Straumann sowie Jean-Luc Nordmann, Präsident des Uni-Fördervereins. In der heimlichen Hauptrolle jedoch fand sich Liestals abgetretener Stadtpräsident Lukas Ott wieder. Er schüttelte so viele Hände, dass ihn unterdessen wohl das Handgelenk schmerzt. Alt Ständerat René Rhinow kündigte Ott einen Brief an, indem er ihm seine Anerkennung ausdrücken werde.

«Ich bin sehr berührt», gestand Lukas Ott. Schwenkte aber schnell um auf die Bedeutung der neuen Rathausstrasse. «Es war absolut notwendig für den Standort Liestal.» Eine grosse Herausforderung für die Stadt und eine riesige Belastungsprobe für die Detaillisten sei bewältigt worden. «Die Detaillisten haben meinen grössten Respekt», schloss Ott.
Am Samstagmorgen feierte Liestal, indem es aus dem Törli Tauben aufsteigen liess. Nachmittags gönnte es sich, von rund 30 Nikoläusen auf schweren Maschinen besucht zu werden. Die Harley-Chläuse zogen wiederum ein grosses Publikum in den Baselbieter Hauptort. Das Stedtli platzte beinahe aus seinen Mauern.

Franz Kaufmann ging das Herz auf. «Jetzt können die Banntägler sogar in Achterkolonnen einstehen», scherzte er über die trottoir-freie Begegnungszone. «Aber», wandte Rene Frei, Liestals Mann für öffentliche Sicherheit, nicht weniger scherzhaft ein, «den Trottoirschritt können sie nicht mehr machen.»