Der Anwalt des türkischen Kulturvereins ist noch immer ausser sich. «Was die Baselbieter Regierung im vergangenen Jahr gemacht hat, ist eine Frechheit», sagt Yetkin Geçer. In seinen Augen habe dieser gegen das Recht der Versammlungsfreiheit verstossen, als er die Gedenkveranstaltung am 18. März in Reinach verbot.

Dies, nachdem die bz darüber berichtet hatte, dass neben dem Türkischen Kulturverein auch die extreme Gruppierung Graue Wölfe mit von der Partie sein würde. Zum ersten Mal erregte die Veranstaltung, die jährlich zu Ehren gefallener Soldaten im Ersten Weltkrieg stattfindet, im vergangenen Jahr die Gemüter. In der Türkei gingen die Wochen im Abstimmungskampf von Ministerpräsident Recep Erdogan hoch, der die Verfassung reformieren wollte. Auch in der Schweiz war erhöhte Sicherheit gefordert – so sah es zumindest die Baselbieter Polizei, welche den Event kurz vor der Austragung untersagte. Die Begründung: Aufgrund der aufgeheizten Stimmung müsse damit gerechnet werden, dass «militante Personen versuchen würden, die Veranstaltung im Hazal-Saal zu stören und zu verhindern».

Gegen dieses Verbot hatte der Türkische Kulturverein erfolglos rekurriert. Nun zieht der Verein vor Kantonsgericht. Die Verhandlung findet am 7. Februar statt. Geçer geht es ums Prinzip: «Es war eine apolitische, private Veranstaltung auf privatem Grund, das Verbot war völlig unnötig.» Ein Sieg vor Gericht wäre für ihn nicht nur eine Genugtuung. Sondern ein Signal, dass die Türken ihren Gedenktag am 18. März zukünftig immer durchführen könnten.