Knapp drei Wochen vor der Abstimmung am 21. Mai lancierten die Gegner der Initiative «Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen» gestern ihre Kampagne. Ein überparteiliches Komitee wehrt sich dagegen, dass im Baselbiet nur noch Sekundarlehrkräfte eine Festanstellung erhalten sollen, die eine universitäre Ausbildung haben.

Dies möchte die «Starke Schule beider Basel» um den Grünen-Unabhängigen Landrat Jürg Wiedemann, welche hinter der Initiative steckt. «Wird das Begehren angenommen, schwächt dies unsere Pädagogische Hochschule», erklärte Grünen-Landrätin und Lehrerin Florence Brenzikofer vor den Medien. Das derzeitige System mit zwei möglichen Ausbildungsgängen für Seklehrer sollte unbedingt beibehalten werden.

Bei einer Annahme müsste der Kanton Baselland die interkantonale Vereinbarung über die Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz kündigen. «Die Bildungsinitiative führt uns ins Abseits», so Brenzikofer. Der Mangel an Lehrpersonen würde sich schlagartig und massiv verstärken.

Momentan können angehende Lehrpersonen zwischen einer integrierten und einer konsekutiven Ausbildung wählen. Integriert heisst, dass das ganze Studium an einer Pädagogischen Hochschule stattfindet. Konsekutiv bedeutet wiederum, dass zuerst ein Bachelor-Studium an einer Universität und danach eine pädagogisch-didaktische Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule absolviert werden.

Es brauche beide Ausbildungen

Sämtliche Mitglieder der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportkommission gehören dem Gegenkomitee an, das dem Volk ein Nein empfiehlt. «Wenn nur noch Uni-Abgänger eine Festanstellung erhalten würden, wäre das falsch», sagte FDP-Landrätin Marianne Hollinger. Die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule sei praxisbezogener als an der Universität. Es brauche weiterhin beide Ausbildungsgänge.

Dafür plädiert auch CVP-Landrat Pascal Ryf, ein einstiger Befürworter der Stossrichtung der Initiative. Im letzten Herbst stimmte der Schulleiter im Landrat noch für das Begehren. Damals sprachen sich fünf Parlamentarier für die Initiative aus. Zu seinem Meinungsumschwung meint Ryf: «Mir gefällt, dass die Initianten die Qualität der Lehrerausbildung thematisieren. Nur ist der Lösungsweg völlig falsch.»