«Endlich ist von einer gemeinsamen Spitalpolitik die Rede»: So kommentiert Regula Meschberger, seit zwölf Jahren SP-Landrätin sowie Präsidentin der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission, auf Anfrage die Pläne. Ihre grundsätzliche Zufriedenheit verbindet Meschberger mit einigen «Aber»: Sie frage sich, ob die ambulante Tagesklinik auf dem Bruderholz wie von den Verantwortlichen behauptet die Zukunft im Spitalwesen darstelle. Ihrer Ansicht nach müsste eine solche einem Spital mit stationärem Angebot angeschlossen sein. Meschberger rechnet damit, dass für die Umbaupläne eine Änderung des Spitalgesetzes nötig ist – in diesem Fall könnte der Landrat mitreden.

Auch Beatriz Greuter, Präsidentin der grossrätlichen Gesundheits- und Sozialkommission, lobt die eingeschlagene Stossrichtung. Sie erwartet, dass die Privatspitäler baldmöglichst in die Strategie eingebunden werden. Gegenüber der ambulanten Tagesklinik auf dem Bruderholz fordert Greuter eine gewisse Offenheit der Basler ein. Ein grosses Anliegen ist der SP-Grossrätin, dass die Basler Spitalmitarbeitenden auch künftig zu denselben Bedingungen wie heute angestellt werden. Um den Arbeitsplatz fürchten müssten die Mitarbeitenden wohl nicht: «Es mangelt im Gesundheitswesen im Gegenteil an Fachkräften, und das wird sich in den kommenden Jahren kaum ändern», sagt sie.

Die Grünen von Stadt und Land begrüssen in einer gemeinsamen Mitteilung die «Absichtserklärung für einen grundlegenden Strategiewechsel». Die Kooperation kann aus Sicht der Grünen allerdings nur zustande kommen, wenn bisherige Partnerschaften zwischen Baselland und Basel-Stadt wie etwa der Univertrag nicht infrage gestellt werden. Eine gemeinsame Spitalgruppe baue zwingend auf einer starken universitären Medizin auf.

Genau umgekehrt sieht es die Basler FDP: Dass die Regierungen in Zeiten, in denen primär von der Aufkündigung wichtiger Verträge die Rede sei, sich zu einer Spitalversorgung aus einer Hand bekennen, sei «von höchster Bedeutung».

Die Basler und Baselbieter CVP kommentiert, dass der Vorschlag sowohl die Bedürfnisse der Bevölkerung nach kurzen Wegen in der Akutversorgung als auch die Optimierung der Gesundheitsversorgung berücksichtige. Die CVP erwartet eine signifikante Verbesserung des Angebots und eine Reduktion der Prämienkosten für die Patienten.

Die Gewerkschaft VPOD fordert, dass beim geplanten Abbruch des Bettenhauses auf dem Bruderholz keine Kündigungen ausgesprochen werden. Die mehreren hundert Mitarbeitenden vom Standort Bruderholz seien in Basel oder Liestal weiterzubeschäftigen. «Einen Stellenabbau werden die Gewerkschaften nicht akzeptieren», sagt auch Andreas Giger, Präsident des Gewerkschaftsbundes Baselland. Darüber hinaus schlagen die Gewerkschaftsbünde beider Basel den Einbezug sämtlicher Institutionen vor, die in der Grundversorgung tätig sind. Dazu gehörten neben Privatspitälern auch die Geriatrie und die Psychiatrischen Kliniken.

Für die Vereinigung für eine Starke Region Basel verbessere die Zusammenlegung der öffentlichen Spitäler die Konkurrenzsituation gegenüber Bern und Zürich, zudem würden auch die Patienten von einem verbesserten Angebot dank der Schwerpunktbildung in einzelnen Disziplinen und letztlich von tieferen Prämien profitieren. (haj)