Untersucht wurde das Wasser erst auf die gängigen Lösungsmittel und Industriechemikalien. Dabei handle es sich um «eine Reihe von Chemikalien, die für Industrieabwässer typisch sind», teilt die BUD mit. Diese präzisiert zur Frage, wie gefährlich die Stoffe sind: «Das ist schwierig abzuschätzen und hängt natürlich von der freigesetzten Menge ab. Die meisten haben schädliche Eigenschaften.»

Gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF hatte Rohner schon früher verlauten lassen, das Grundwasser sei kaum verschmutzt, und die Substanzen seien alle biologisch abbaubar. Dazu meint die BUD: «Es sind Stoffe dabei, die sich relativ rasch biologisch abbauen werden, und andere, die nur schwer abbaubar sind.»

Fürs Entfernen des verschmutzten Grundwassers kommt jetzt eine zweite Pumpe zum Einsatz, «um den Umweltschaden möglichst zu begrenzen und dessen Ausbreitung zu minimieren». Denn für die BUD steht bereits jetzt fest, dass ein Grundwasserschaden vorliegt. Das Ausmass sei allerdings noch nicht abschätzbar, schreibt sie. Die Massnahmen zur Eindämmung der Verunreinigung dürften noch mehrere Monate dauern.

Obwohl noch nicht alle ausgelaufenen Substanzen bekannt sind, wiederholt die Behörde, dass keine Gefahr für Menschen bestehe. Denn der Grundwasserstrom fliesse nicht durch eine Trinkwasserfassung, sondern in Richtung Schweizerhalle – «einem Gebiet mit bekanntermassen über hundertjähriger Industriegeschichte und entsprechenden Belastungen».

Weiterhin nicht offiziell bestätigen will die BUD, dass das verschmutzte Wasser unter dem Leck auch tatsächlich von Rohner stammt. Die Firma bestreitet das. Die BUD hat wegen der Grundwasserverschmutzung Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen der Staatsanwaltschaft will die BUD dazu keine Stellung nehmen. Von den Staatsanwälten hängt auch ab, ob Rohner die Massnahmen zum Schutz der Umwelt berappen muss. Denn es gilt das Verursacherprinzip. Die Kosten dürften laut BUD einen sechsstelligen Betrag erreichen.