2017 beliefen sich die Kosten für die Brückenangebote auf insgesamt 14,4 Millionen Franken. Nach der Neustrukturierung wird der Aufwand ab 2022 auf nur noch 9,5 Millionen Franken veranschlagt, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Landratsvorlage hervorgeht. In der Vernehmlassungsvorlage war noch mit Kosten von 11,1 Millionen Franken gerechnet worden.

BVS I nur noch ein Jahr

Mit ein Grund für die tieferen Kosten ist die Überführung der zweijährigen Berufsvorbereitenden Schule (BVS 2) in das einjährige Brückensystem, wodurch ein Schuljahrgang wegfällt. In der Vernehmlassung wurde diese Änderung bei dem auf stärkere Schülerinnen und Schüler ausgerichteten Angebot kritisiert. Die Regierung hält jedoch daran fest.

Zu tieferen Kosten führt jedoch in erster Linie die als Folge der Neuorganisation erwartete höhere "Direktübertrittsquote": Mehr Schülerinnen und Schüler werden künftig nach der Sek eine Lehre antreten oder eine weiterführende Schule besuchen. Brückenangebote sind in Zukunft Jugendlichen vorbehalten, die in der Sekundarschule keine Lehrstelle gefunden haben.

"Kein Sparthema"

Die geplanten Anpassungen bei den Brückenangeboten seien kein Sparthema, bekräftigt die Regierung in der Landratsvorlage. Vielmehr soll die Neupositionierung dazu beitragen, dass 95 Prozent der jungen Menschen einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen, also eine Lehre abgeschlossen oder die Maturität erlangt haben. Nachholbedarf besteht gemäss der Vorlage vorab bei den im Ausland geborenen Schülerinnen und Schülern.

Überbrückungsjahre zur berufsvorbereitenden Unterstützung gibt es seit 20 Jahren; die beiden Basel arbeiteten eng zusammen. Nun will der Landkanton alle seine Angebote in Muttenz zusammenfassen; sein neues Zentrum führen soll der Kaufmännische Verband Baselland. Für einen gemeinsamen Angebotsraum ist ein Kooperationsvertrag mit Basel-Stadt vorgesehen, der den bisherigen Staatsvertrag ersetzt.

Angestrebt wird eine zeitgemässe Organisation, mit der der Kanton Baselland "am Übergang von der Schule in den Beruf noch passgenauer auf die individuellen Bedürfnisse und Stärken der einzelnen Jugendlichen" eingehen kann.

Der Start ist im August 2019 geplant; mittel- bis langfristig soll räumlich alles ins Muttenzer Polyfeld kommen. Die Zentralisierung soll das Fachwissen bündeln. Heute sind die Ressourcen an acht verschiedenen Schulen "auf viele und oft kleine Angebote verteilt".

Vorgesehen sind drei Profile: ein "schulisches", ein praxisorientiertes "kombiniertes" inklusive Vorlehren sowie ein "integratives" für fremdsprachige Jugendliche - letzteres kann auch zwei Jahre dauern. Versprochen werden Durchlässigkeit und spezielle Förderung bei Bedarf. Die Jugendlichen sollen in der Regel nur ein Brückenangebot besuchen.