Da reibt sich der Spaziergänger verwundert die Augen. So etwas sieht man nicht alle Tage. Mitten in Frenkendorf liegen überall Gerüstelemente, stehen Transportfahrzeuge und fahren Gabelstapler. Der Dorfkern ist für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Sieben Hitzeresistente des «technology and production center switzerland» (tpc) bauen zwei Bühnen auf. Morgen Abend ist «Donnschtig-Jass».

Mit dem Sieg über Binningen vor Wochenfrist sicherte sich das Dorf um OK-Präsident Toni Kummli das Recht, als Gastgeber aufzutreten. Um Jasser-Ehren spielen die Appenzeller-Teams aus Heiden und Speicher. «Der Aufbau hier läuft super», freut sich SRF-Regisseur Benjamin Tanner, «wir konnten die Zufahrten absperren, was uns die Arbeit enorm erleichtert.»

Frenkendorf scheut keine Mühe

Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Der Dorfbrunnen wird genutzt, um Getränke zu kühlen. «Was wollen wir über das Wetter jammern», zuckt Ruedi mit den Schultern, «es ist heiss, aber wenigstens nicht staubig.» Ruedi werkelt an der Bühne vor dem Restaurant Central. Sein Rezept: «Du musst einfach viel trinken – und auch mal eine Pause mehr machen.» Sein Lehrmeister habe ihm mit auf den Weg gegeben, ob Sommer oder Winter, das Wetter sei schon richtig, man müsse sich einfach entsprechend anziehen.

Frenkendorf scheut keine Mühen, ein guter Gastgeber zu sein. Der Zivilschutz überwacht die Absperrungen. Für Ortsunkundige hält er Karten bereit, damit jeder mit der Umleitung zurechtkommt. «Am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit reagierten ein paar Autofahrer sauer», verrät ein Zivilschützer, «inzwischen wird die Umleitung gut akzeptiert.»

Gemeindearbeiter demontieren die Infoschilder vor dem Bürger- und Kulturhaus, damit alle der 2500 Zuschauer gute Sicht auf das Geschehen haben. Und im Schatten desselben Hauses sitzt der OK-Präsident, Toni Kummli. Die ganze Zeit über ist er als Ansprechperson vor Ort. «Kennsch s’Dorf no?», ruft er einem Passanten im Scherz hinterher.

Ganz generell habe die Gemeinde durch den «Frenkendörfer Anzeiger» informiert, sagt Kummli, die Anwohner des Dorfplatzes, wo das Fest stattfindet, zusätzlich mit einem Brief. Dem sei ein Verpflegungs-Gutschein für den «Donnschtig-Jass» beigelegt worden. Quergestellt habe sich niemand. «Es ist sehr entgegenkommend, wie sich die Autobus AG verhält», betont Kummli, «sie hat sofort auf kleinere Busse für den Verkehr im Dorf umgestellt.» Am Bahnhof können die Fahrgäste wieder in die grösseren Busse umsteigen.

Am Dienstag schickte tpc 20 Techniker auf den Festplatz. Morgen werden zwölf Kameras und sechs Kameraleute im Einsatz stehen. Zwölf Laster sind nötig, um die «Donnschtig-Jass»-Hardware zu transportieren. Remo Sommer stört der Trubel nicht. Sommer ist Gewerbetreibender in unmittelbarer Nähe zum Geschehen. «Es ist gut, dass in unserem Dorf immer wieder etwas los ist», kommentiert er, «wenn wegen der Aufbauarbeiten und der Absperrungen der Umsatz etwas leiden sollte, ist mir das egal.»

Es sei der Wunsch der Donnschtig-Jass-Macher, erklärt Regisseur Benjamin Tanner, dass nicht alle Schauplätze gleich aussehen. Vor Wochenfrist habe dem «Donnschtig-Jass» ein vom Tourismus geprägter Ort einen Rahmen geboten, nun tue dies eine typische Wohngemeinde. «Wir wollen unterschiedliche Seiten der Schweiz zeigen.»