Die Rührung wäre selbst durch die dichtesten Feuerschwaden der brennenden Chienbäse hindurch zu erkennen gewesen: Zu seinem 71. Geburtstag durfte der bekannte Liestaler Beizer Felix Mühleisen aus bundesrätlichem Mund das «Happy Birthday» in Empfang nehmen. «Ein grosser Wunsch ist in Erfüllung gegangen», bedankte sich das Geburtstagskind für die Anwesenheit von Verteidigungsminister Guy Parmelin in seinem Café Mühleisen und verdrückte dabei eine kleine Freudenträne im Augenwinkel.

Vom ersten Stock des Cafés aus verfolgten der Bundesrat und weitere Ehrengäste der Stadt Liestal den feurigen Umzug. Selbstverständlich liessen es sich weder Parmelin noch SBB-Chef Andreas Meyer oder die Baselbieter Erziehungsdirektorin Monica Gschwind nehmen, vom Spektakel eigene Aufnahmen und Videos per Smartphone zu drehen. Der Standort bot schliesslich beste Sicht auf das Törli und die Feuerwehrleute, die vor jedem grossen Feuerwagen zur Abkühlung den Torbogen abspritzten. 

«Für mich, der ich das noch nie erlebt habe, war es ein aussergewöhnlicher Anlass», gab Guy Parmelin anschliessend zu Protokoll. «Man merkt, dass der Anlass sehr gut organisiert ist, und die Menschen viel Freude daran haben.» Vom Basler Volkskundler Dominik Wunderlin wurde der Waadtländer laufend über die Eigenheiten des Liestaler Fasnachtsbrauchs aufgeklärt und dabei mit allerlei Anekdoten bedacht. Ob er denn als Verteidigungs- oder Fasnachtsminister in die Garnisonsstadt Liestal gekommen sei? «Ein bisschen von beidem, aber sagen wir als Fasnachtsminister, das klingt sympathischer», antwortete Parmelin mit einem Lachen. Wobei er zugeben musste, dass es in seiner heimatlichen, reformierten Umgebung mit Fasnachtsbräuchen nicht so weit her sei. Dann schon eher in den Gegenden von Moudon und Payerne. Umso günstiger war die Gelegenheit, erstmals als Bundesrat dem Kanton Baselland einen offiziellen Besuch abzustatten. 

Eingefädelt hatte Parmelins Abstecher nach Liestal der umtriebige Stadtpräsident Lukas Ott. Beim offiziellen Empfang in Bern während der letztjährigen Genusswoche fragte Ott den VBS-Chef an und erhielt prompt die Zusage. Dabei dachte Ott sehr wohl daran, dass er dem Beizer Felix Mühleisen einst versprochen hatte, zu dessen Geburtstag einen Bundesrat «zu organisieren». Gestern Abend war es so weit. Kurz vor 18 Uhr wurde die bundesrätliche Delegation im ersten Stock des Rathauses zum Apéro empfangen. Anschliessend wurden die Ehrengäste von den Tambours de Villeneuve, den am Chienbäse oft und gerne gesehenen 
«D Vaudois Basiliensis», zum Café Mühleisen geleitet. Auf die direkte Weiterfahrt zum Basler Morgestraich musste Parmelin allerdings aus Termingründen verzichten.