Ein knuspriger Schokoladen-Cookie in Form eines Bechers, aus dem man Kaffee, Milch oder heisse Schokolade trinken kann, bevor man ihn aufisst: Das klingt zu gut, um wahr zu sein. Doch das Team des Mini-Unternehmens CC Bakery macht diesen Naschkatzentraum wahr. «Cookie Cup» heisst das Produkt, das fünf Gymnasiasten in einem Projekt des Gymnasiums Oberwil mit Young Enterprise Switzerland (YES) entwickelt haben. Ziel ist es, Wirtschaftsschüler während eines Schuljahres ein eigenes Unternehmen führen zu lassen, um so praktische Erfahrungen im Unternehmertum zu vermitteln. Dafür stehen pro Woche zwei Lektionen des Wirtschaftsunterrichts zur Verfügung; die Schüler sind aber auch in ihrer Freizeit unermüdlich tätig.

Dream-Team mit Humor

Der Cookie Cup ist das leckere Ergebnis einer intensiven Produktentwicklungsphase von fünf Freunden, dem hoch motivierten Team der CC Bakery. «Unsere Stärke ist die gute Teamarbeit», erzählt CEO Elena Löw. «Jeder kann in seiner Aufgabe seine persönlichen Fähigkeiten und Stärken einbringen.» Die Messebeauftragte Anne-Sophie sei mit ihrem guten Auge für Ästhetisches optimal für Repräsentationsaufgaben geeignet. Stéphanie habe das Marketing übernommen, da sie das Produkt charmant und professionell bewerben könne. Für Produktion und Einkauf sowie die Website sei Adrian mit seinem Handelsgeschick und seinem technischen Know-how zuständig. «Und Pierre ist unser Mathe-Ass. Damit war klar, dass er die Finanzen übernimmt», erklärt Löw und lacht. Sie selber fühlt sich wohl in der Führungsposition, da sie gerne in Konflikten vermittelt. «Aber da wir alle langjährige Freunde sind, begegnen wir Krisensituationen mit viel Humor.»

Süsses Geheimrezept

Das Rezept für die Cookie Cups basiert auf einem abgewandelten Familienrezept von Stéphanie, welches das Team in einer intensiven Experimentierphase selber weiterentwickelt hat. «Die Produktentwicklung lief mit Schweiss, Tränen und viel Herzblut ab», erinnert sich Löw, «aber es hat sich gelohnt, denn jetzt können wir alle voll dahinerstehen.» Das Produkt muss hohen Qualitätsansprüchen genügen. Der Keks müsse nicht nur lecker und knusprig sein. Die Konsistenz sei ebenso wichtig, damit man den Cookie Cup mit Flüssigkeiten befüllen könne. Der inwändige Schokoladenüberzug habe dieses Ziel schliesslich ermöglicht. «Wenn man das Endprodukt mit kalter Milch füllt, kann man es sogar eine Stunde lang stehen lassen, bevor der Keks weich wird.» Bei warmen Getränken gehe es etwas schneller, doch für eine gemütliche Kaffeepause reicht es allemal.

«Learning by doing»

«Im Zentrum stehen junge Menschen, die befähigt werden ein Verständnis für gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge zu entwickeln, unternehmerisch zu handeln und als Persönlichkeiten zu überzeugen», lautet die Zielsetzung der Non-Profit-Organisation YES auf ihrer Website. Im Falle der CC Bakery scheint diese Rechnung aufzugehen. «In diesem praktischen Projekt lernt man zehnmal mehr als in der Theorie», urteilt Elena Löw. «Durch die ständige Selbstreflexion lernt man eine Menge über sich selbst, aber auch über das Produkt, das man verkauft.» Vor allem den Zeitaufwand für das Ganze habe sie anfangs unterschätzt. Es gebe so viel zu entscheiden, auszutüfteln und zu organisieren. «Man hat viel Eigenständigkeit, aber auch viel Verantwortung.» Umso erfreulicher seien die rundum positiven Reaktionen von Mitschülern, Lehrern, Investoren, Eltern und Kunden. «Unser ursprüngliches Projektziel war, allen Investoren die Dividende zurückzahlen zu können. Das haben wir aber bereits zu Weihnachten erreicht», freut sich Löw. Das neue Ziel bis Juli sei, das ganze Kapital zurückzuzahlen. Mit dem Bestellservice, Einsätzen an verschiedenen Weihnachtsmärkten und dem Verkauf in der Schulkantine hat das Team den Vertrieb fleissig angekurbelt.

Das ästhetisch ansprechende Corporate Design und die sorgfältig ausgewählte Verpackung verfehlen ebenso wenig ihre Wirkung wie der sprühende Enthusiasmus der jungen Unternehmer. Den nächsten grossen Auftritt haben die Cookie Cups am 23. Februar an der Handelsmesse im Einkaufszentrum Stücki Basel. Wer seiner Neugier auf die knusprigen Pausenversüsser nachgeben will, kann sich dort nach Herzenslust eindecken.