Auf dem Flyer «Hafenentwicklung 2020» der Schweizerischen Rheinhäfen ist das linke Rheinufer oberhalb des Muttenzer Auhafens bereits dunkelgrün als «neue Hafengebiete und -anlagen» eingezeichnet. Und am «Haafemähli» sprach die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro von einer «Erweiterung der Hafenzone», um das Industriegebiet Schweizerhalle/Infrapark besser mit dem Hafen zu vernetzen.

Doch so eindeutig ist es nicht: In den Mitteilungen der Gemeinde Muttenz heisst es: «Der Gemeinderat legt Wert auf die Feststellung, dass keine Ausweitung der Hafennutzung angestrebt wird, sondern für die industrielle Nutzung des Areals optimale Voraussetzungen geschaffen werden sollen.»

Muttenz: Industrie statt Hafenfläche

«Eine Erweiterung des Auhafens als autonomes Gebilde kommt für uns nicht infrage», erklärt der Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan. «Muttenz steht nicht als Ersatzstandort zur Verfügung, wenn man in Basel-Stadt Hafenflächen anderweitig nutzen will.» Der Gemeinderat rechne damit, dass in Basel in einigen Jahren nicht nur der Hafen, sondern auch die Industrie unter Druck kommen und dann auch die chemische Produktion aus der Stadt wegziehen müsse. «Deshalb wollen wir nicht Flächen, die dann als industrielle Produktionsstandorte in der Nordwestschweiz hochwillkommen sein werden, voreilig für Tanklager und Kohlehaufen umzonen.»

Hingegen biete die Gemeinde Hand, wenn eine zusätzliche Anlegestelle den Infrapark Baselland als Standort aufwerte: «Wenn sich ein Betrieb mit einer Transport-intensiven Produktion im Infrapark ansiedeln will, muss man auf dem Firmengelände die Infrastruktur schaffen, damit man die entsprechenden Stoffe optimal umschlagen kann.» Der Gemeinderat stehe mit Renaud Spitz, Leiter Infrapark, in Kontakt stehe seinen Anliegen einer wasserseitigen Anbindung offen gegenüber.

Hafen: Schweizerhalle anbinden

Bei der Hafenverwaltung hält man den Ball flach: «Es spielt für die Schweizerischen Rheinhäfen keine grosse Rolle, ob die Anbindung des Industriegebiets Schweizerhalle ans Wasser via eine Ausdehnung des Hafenperimeters oder durch die Ermöglichung von wasserseitigem Umschlag erreicht wird», teilt Hafensprecherin Nina Hochstrasser mit.

Man ist sich in der Sache also einig. Doch hellhörig wird Hochstrasser ob Jourdans Verdacht, dass Hafenfläche aus der Stadt ins Baselbiet verlegt werden soll: «Dies trifft in keinem Fall zu. Für die heutigen Logistikaktivitäten auf dem Westquai sucht man Ersatz in der Stadt oder in Weil am Rhein.»

Kanton: Noch keine Planung

Auch beim Kanton ist noch keine Umzonung aufgegleist: «Wir wissen um die Interessen der Schweizerischen Rheinhäfen, es gab auch schon Sondierungsgespräche. Ein konkreter Antrag zur Erweiterung der Hafenzone im Richtplan oder sonstige Anpassungen der Nutzungspläne liegt bei uns noch nicht auf dem Tisch», erklärt der stellvertretende Kantonsplaner Martin Huber. Falls solche Anpassungen politisch erwünscht seien, «müssen wir erneut zusammensitzen und das weitere Vorgehen konkretisieren».

Weiter sei man hingegen mit dem verbesserten Bahnanschluss des Auhafens an den Rangierbahnhof: «Dieser ist im Richtplan als Möglichkeit bereits vorgesehen.»