Zum zwanzigjährigen Jubiläum lanciert die Handelskammer beider Basel (HKBB) ihre Initiative «Are you digital?». Das verkündete der scheidende Präsident Thomas Staehelin am Montagabend an der Generalversammlung (GV) des Wirtschaftsverbandes.

Bei kleinen und mittelgrossen Firmen sei die Verunsicherung, was die «digitale Transformation» mit sich bringe, gross. Das habe die HKBB in zahlreichen Gesprächen und aufgrund von Umfragen festgestellt, hiess es an einer Medienkonferenz vor der GV. Was bedeutet diese «digitale Transformation»?

Der immer häufigere Einsatz von Informationstechnologie und Internet verändert oder erweitert die bisherigen Geschäftsmodelle, und zwar mehr oder weniger radikal. Jetzt habe die HKBB reagiert. Die Initiative biete eine individuelle, direkte und unbürokratische Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen in der Region, so Staehelin.

Drei Pakete im Angebot

Das massgeschneiderte «Beratungspaket», welches den Verbandsmitgliedern angeboten wird, besteht aus drei Teilen:

  1. wird im Rahmen eines ein- bis zweitägigen Workshops eine Bestandesaufnahme gemacht, es werden Geschäftsprozesse durchleuchtet. Dabei wird angeschaut, ob Geschäftsmodelle verändert oder optimiert werden müssen und welche Schritte als nächstes zu tun sind. Durchgeführt werden die Workshops von ausgewählten Mitgliedern der Handelskammer, die die entsprechende Beratungskompetenz aufweisen. Die interessierten Mitglieder können ihre Berater aus einer Liste aussuchen. Die Kosten betragen für die Firmen 2500 Franken, dies bei Gesamtkosten von 10 000 Franken. Je nach dem könne auch die Diagnose lauten, dass im Moment nichts zu tun sei, ergänzte HKBB--Direktor Franz Saladin.
  2. Je nach Bedarf kann ein weiteres, separates Projekt durchgeführt werden, sei es aus dem vorgängigen «Check-up» oder aus einem anderen Entwicklungsprojekt. Die Handelskammer kann in diesem Zusammenhang auf ihre Kontakte zu Hochschulen und der Kommission für Technologie und Informatik (KTI) zurückgreifen. Die HKBB übernimmt in diesem Fall 50 Prozent der Kosten bis zu 80 000 Franken.
  3. Firmengründern aus Hochschulen wird die Gelegenheit gegeben, Projekte zu entwickeln und ihre Machbarkeit aufzuzeigen. Auch hier soll der Netzwerkgedanke spielen. Digitale Geschäftsmodelle stehen im Vordergrund.

Eine Million pro Jahr

Die HKBB lässt sich die Initiative in den kommenden Jahren eine Million pro Jahr kosten. Sie kommt aus einer Rückstellung bzw. aus gebundenen Mitteln für die Wirtschaftsförderung.

Viele «Kleine» bei der HKBB

Beginnt die HKBB jetzt in der KMU-Landschaft zu «grasen», wo sonst der Gewerbeverband Basel-Stadt und die Wirtschaftskammer tätig waren? «Wir haben in unseren Reihen sehr viele Klein- und Mittelbetriebe», stellt Saladin klar. Auslöser sei die effektive Unsicherheit gewesen und der Bedarf an kompetenter Information.

Grosse Firmen oder Konzerne bräuchten eine wie oben geschilderte Beratung nicht. Diese haben eigene Abteilungen, kaufen sich die erforderlichen Beratungsleistungen ein oder entwickeln ihre Strategien selbst.